Zentral Vietnam – Hội An und der Phong Nha-Kẻ Bàng Nationalpark

Gelegen unterhalb der Grossstadt Đà Nẵng, befindet sich die beliebte Reisedestination Hội An, welche ihren guten Ruf vollständig verdient. Hội An gilt als eine der stimmungsvollsten und einzigartigsten Städte in ganz Asien. Die ganze Stadt ist ein Museum, wo jedes Haus eine mehrere hundertjährige Geschichte besitzt. Ein Mix aus verschiedenen Kulturen von Frankreich, China und Japan haben Hội An stark beeinflusst. Die perfekt erhaltene alte chinesische Architektur wurde zum UNESCO Kulturerbe erklärt. Vom ruhigen Fluss über die belebten kleine Strassen, welche ihr Aussehen seit Jahrhunderten nicht verändert haben, bis zu den herzigen gelben Häusern, beleuchtet von Dutzenden Lampions – all dies schafft eine einzigartige Atmosphäre.


Von Mũi Né ging es mit dem Zug nach Đà Nẵng und dann mit dem Taxi für rund 17$ weiter nach Hội An. Viele Touristen reisen auch mit dem Bus oder dem Flugzeug. Wir haben uns für den Zug entschieden, da wir gerne auf unserer Reise einmal den Zug ausprobieren wollten. Die Fahrzeit lässt sich mit dem Zug schön über die Nacht verschlafen und ist erst noch günstig.
Im Hotel angekommen, gab es eine sehr freundliche Begrüssung vom Personal. Die Mitarbeiter haben relativ schnell unsere Namen einstudiert und sich fortan immer um uns gesorgt.

Was wir in Hội An empfehlen können

In Hội An möchte man die Altstadt erkunden und über die Reisfelder zum Strand fahren. Am besten geeignet dazu sind Hotels am östlichen Rand der Altstadt. Die meisten Hotels stellen Fahrräder gratis zur Verfügung. Ansonsten können diese wie auch Motorräder überall gemietet werden.
Ein Motorrad bekommt man bereits für 7 Dollar pro Tag und benötigt für die Miete keinen Fahrausweis. Fahren sollte man vorsichtig, besonders wenn man nicht an den asiatischen Verkehr gewohnt ist. Die Fahrräder, Autos, Motorräder und Fussgänger scheinen keinen Regeln zu folgen und kreuzen sich in undenkbaren Mustern. Dass es dabei zu wenig Unfällen kommt, liegt wohl an der niedrigen Geschwindigkeit der Verkehrsteilnehmer. Nach meinem Empfinden fahren die Leute langsam genug, um den von allen Ecken kommenden Fahrzeugen auszuweichen.

Die Altstadt ist für Autos und Motorrädern geschlossen. Aber auch mit dem Fahrrad kommt man wegen der Menschenmenge nur langsam voran. Am besten ist es, man fährt mit dem Fahrrad zum Eingang der Altstadt und geht danach zu Fuss weiter.

Wer die Altstadt von Hội An erkunden möchte, zahlt einmalig eine Gebühr von etwa 7 Dollar. Da aber nicht überall kontrolliert wird, kommt man auch gut ohne Ticket in die Stadt, kann einfach nicht in alle schönen Häuser und Museen rein.

Es gibt viele herzigen Cafés und Shops, welche einen ein wenig an Bali erinnern.

Die besten Restaurants sind übrigens nicht an den von Touristen belagerten Promenaden zu finden, sondern verstecken sich in den engen, leicht zu übersehenden Gässchen. Unsere Favoriten waren Rosie’s Cafe zum Frühstücken und Nu Eatery für das Abendessen.

Hội An ist berühmt für seine Schneidereien, bei welchen die flinken Vietnamesinnen über eine Nacht ein Traumkleid nähen können. In meinem Fall waren zusätzlich 4 Anpassungen notwendig, damit das Kleid richtig sitzt. Diese Erfahrung hat sich dementsprechend über 3 Tage in die Länge gezogen.


Die Stadt ist eine populäre Destination für die Hochzeitsfotografie. Den Vietnamesen sind Hochzeitsfotos sehr wichtig, für den schönen Hintergrund sind sie bereit weit zu reisen und viel zu zahlen. Um die 1000 Dollar soll dies kosten. Hội An ist mit seinen entzückenden Häuschen und den bunten Laternen ein perfekter Ort dafür. Ob in der Altstadt, auf der alten japanischen Brücke oder auf dem Nachtmarkt – es gibt genug passende Kulissen. Auch eine nächtliche Bootsfahrt mit schwimmenden Kerzen darf dabei nicht fehlen.

Folgendes sollte man sich in Hội An nicht entgehen lassen

  • Die historische Altstadt zu Fuss erkunden und so oft wie möglich in stimmungsvollen Kaffeehäusern einkehren.
  • Durch die schmalen Gassen laufen, denn dort sind die besten Restaurants versteckt.
  • Ein Kleidungsstück schneidern lassen. Man kann vor Ort ein Modell auswählen oder mit einem Wunschbild vorbeikommen.
  • Die bunten Lampions im Dunkeln bewundern und am Nachtsmarkt welche kaufen. Ab zwei Stück gibt es immer Rabatt 😉
  • Einen Wunsch ausdenken und eine Kerze im Fluss schwimmen lassen. Die Kerzen werden natürlich vor Ort verkauft.
  • Zum Strand durch die Reisfelder fahren und einen entspannten Tag im Wasser verbringen oder einfach entlang des Strandes laufen.

 

Das weltgrösste Höhlensystem im Phong Nha-Kẻ Bàng Nationalpark

Von Hội An ging es für uns weiter nach Norden – zu einem richtigen Dschungel Abenteuer im Phong Nha-Kẻ Bàng Nationalpark. Die Reise dorthin versuchten wir dieses mal mit einem Nachtbus, welcher uns zum Phong Nha Dorf brachte, dem Ausgangspunkt vieler Tracks und Expeditionen der Oxalis Agentur.

Seine Vielseitigkeit beweist Vietnam in jeder Region aufs Neue. Wer hätte nach dem Puppenhaus ähnlichen Hội An eine so gewaltige Dschungelwelt erwartet? Doch die weltgrössten Höhlensysteme liegen in Vietnam und sind noch lange nicht vollständig entdeckt.

Erst vor einigen Jahren ist die Region durch ihre grossen Höhlen bekannt geworden, welche Tausende von Jahren im Dunkeln verborgen und noch nicht von einer kleinen Taschenlampe eines Touristen erleuchtet worden.

Wir haben uns für eine 2 Tagestour entschieden. Beim Hauptlager wurde uns die Tour genau erklärt und wir konnten unsere Ausrüstung fassen. Neben Schuhen gab es Helme mit Lampen und einen Rucksack inkl. Innensack, welcher wasserdicht war.

Nachdem wir uns alle umgezogen hatten, liefen wir auch schon los, in Richtung Dschungel wo uns die erste Höhle für das Mittagessen erwartete.

Doch bevor es Essen gab, mussten wir uns das Ganze noch etwas verdienen und durchquerten den ersten Fluss, welcher knapp bis zur Hüfte reichte und wir uns somit schon mal mit dem kalten Wasser vertraut machen konnten. Vom Fluss aus konnte man gut das Zuhause von King Kong sehen, denn der neue Hollywood Film wurde genau in dem Gebiet gedreht und der Affe wohnte in einer der grossen Höhlen, weshalb die Einheimischen die Höhle nur noch King Kong Höhle nennen. Rund eine Stunde später erreichten wir auch schon unseren Rastplatz.

Zum Mittagessen machten wir uns wie auch schon im Mekong Delta selber Sommerrollen, welche nicht wie die Frühlingsrollen frittiert werden. Unser Führer machte uns darauf aufmerksam, dass wir auf dem Rückweg zum Hauptlager aus dieser Höhle auskommen würden.

Nach dem Mittagessen machten wir uns auf den Weg zum Nachtlager, wo auf uns bereits Kaffee und Tee wartete. Die 2 köpfige Küchencrew hatte das Lager bereits aufgebaut und bereitete schon das Abendessen zu. Wir sollten diesen Abend richtig einheimisch essen.

Nach dem Kaffee ging es für uns in Ruderbooten und Schwimmwesten in die erste Höhle. Durch die Höhle fliess ein grosser Fluss, welchen wir schon von unserem Lager gut aus sahen, da dieser neben einem kleinen Wasserfall auch einen See bildete. Die Höhle selber war natürlich stockfinster und nur dank unseren guten Kopflampen sahen wir etwas.

Nachdem wir mit dem Ruderboot etwas in der Höhle drinnen waren, ging es zu Fuss durch kleine Gänge weiter. Was man dort sieht, ist wahrlich atemberaubend! Das Kalkstein Region wurde im Laufe der Weltgeschichte vom Wind und Wasser geformt, gigantische Stalaktiten und Stalagmiten sind entstanden und zu Kolumnen zusammengewachsen. Daraus entstanden natürliche Gänge, Saale und Wasserbecken, welche unterirdische Paläste geformt haben. Diese sind mit wundervollen glänzenden Kunstwerken aus Kalkstein geschmückt.

Durch unsere Lampen haben wir die Insektenwelt in der Höhle zum Leben erweckt, was sich durch Fledermäuse zeigte, welche um unsere Köpfe flogen. Eindrücklich ist es, wenn alle ihre Lampen ausmachen und man nur in weiter Entfernung ein kleines Licht sieht, welches den Ausgang markierte.

Wer noch nicht genug vom kalten Wasser hatte, konnte sich nun zu diesem Ausgang treiben lassen, während die anderen mit dem Boot zurück gefahren sind.

Wieder im Nachtlager angekommen, konnten wir noch im See baden gehen und unsere Zelte beziehen. Nachdem wir uns erstmal wieder etwas Trockenes angezogen haben, genossen wir alle etwas die Ruhe alleine im Dschungel bevor es das Abendessen gab. Neben der klassischen Suppe gab es Fleisch, Gemüse und wir konnten uns wieder selber Sommerrollen machen. Für eine Küche im Wald auf dem Feuer war das Essen so gut wie in einem Restaurant. Da unsere Tour über Neujahr war, gab es zum Essen noch Rotwein und Feuerwasser (Reisschnaps).

Am nächsten Morgen assen wir neben Omeletten noch die Resten vom Abendessen und packten unsere Sachen zusammen. Die Aufgabe war es, so warm wie möglich zu haben, aber nicht zu viel anzuziehen, da wir praktisch den ganzen Tag in den Höhlen oder im Dschungel schwammen.

Nachdem wir mit dem Boot in eine andere Höhle fuhren, war es dann soweit, wir mussten alle gegen den Strom im Dunklen auf die andere Seite schwimmen. Dies haben wir ein paar mal gemacht, bevor wir die Höhle verliessen. Danach gab es einige Flussüberquerungen im Dschungel, bevor wir uns an einem Feuer mit Kaffee und Süssigkeiten aufwärmen konnten. Nicht wirklich aufgewärmt, ging es in die nächste Höhle, welche wir nun praktisch komplett im Wasser durchquerten. Beim Schwimmen mussten wir aufpassen, in keine Stalagmiten hineinzuschwimmen, welche überall waren. Angeblich hatte es auf dem Grund des sandigen Bodens zudem viele tote Würmer, meinte unser Guide. Gut war es dunkel.

Nach gut 1,5 Stunden hatten wir unser Ziel erreicht und konnten uns etwas warmes Anziehen. Wir waren nun in einer grosse Höhle, auf dessen Boden viele grossen und kleine Kugeln lagen. Unser Guide erklärte uns, dass Sandkörner welche von herunterfallenden Wassertropfen bewegt werden, diese so zusammenformen.

Eine weitere Stunde später fanden wir uns dann plötzlich in dem Raum wieder, wo wir am Tag vorher zu Mittag gegessen hatten. Von dort ging es dann wieder Heim zum Hauptlager, wo uns schon die warme Dusche und ein Bier empfang.

Die Natur hat die Region immer noch in ihrer Gewalt. Die Regenzeit bringt viel Wasser mit sich und die Höhlen füllen sich mit donnerndem Wasser. Am schlimmsten ist es zwischen September und November, wenn die Täler vollständig überflutet werden. Dann ziehen auch die Bauern weg und es gibt keine Touren in der Region. Dadurch, dass die Höhlen erst vor einigen Jahren entdeckt wurden, hatten wir Glück und trafen neben unserer Gruppe von 6 Leuten nur eine einzige andere Gruppe an. Doch die Besuchermengen steigen jährlich an, da die Touren sehr beliebt sind.

Wir können unseren Besuch bestens empfehlen, obwohl wir in einer kälteren Zeit dort waren. Ich habe es damals schon fast als Survival Training empfunden, doch über seine Grenzen herauszutreten macht einen sehr stolz danach! Die Tour Organisation von Oxalis war lobenswert, das Essen immer gut zubereitet, und die Zelte haben gegen die Kälte und Nässe gehalten.

Ich kann mir nur vorstellen, wie schön es ist, wenn das Thermometer wärmer als 18 Grad dort zeigt!

Die Region eignet sich übrigens nicht nur für die geführten Höhlentouren, sondern auch für ausgiebige Wanderungen. Für alle Naturliebhaber lohnt es sich, ein paar Tage länger hier zu bleiben und für alle Abenteurer unter euch sind die Höhlen ein Muss.

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