Von San Francisco nach Los Angeles – Ein Road trip auf dem Highway Pacific 1

In Kalifornien scheint es eine Faustregel zu geben – man verfällt entweder dem Charme von San Francisco oder dem Groove von Los Angeles. Sympathie für eine Stadt geht mit der Antipathie für die andere ein, und tatsächlich habe ich oft gehört, dass diejenigen, die SF vergöttern, wenig für LA übrig haben und umgekehrt. Alle Seiten sind sich allerdings einig, dass die goldene Strecke entlang der pazifischen Küste zwischen beiden Städten sich auf jeden Fall lohnt. Man kann sich natürlich streiten, in welche Richtung die Reise gehen soll – südwärts oder nordwärts, für mich ist es allerdings sonnenklar – von San Francisco aus fährt man auf der Ozeanseite und kann somit jederzeit bequem an allen Aussichtspunkten anhalten, ohne dauernd dem Gegenverkehr zu kreuzen. Ausserdem ist es schön, in Richtung Süden zu fahren, weg von dem Wind und Nebel der Bay Area. Das mag vielleicht meine Stadt Präferenz etwas verraten – doch bis jetzt waren beide Städte für mich gleichgestellt. Ein Roadtrip zu etwas ungewöhnlicher Zeit, Ende Februar, sollte nun helfen Klarheit zu schaffen und zeigen, welche Teile Kaliforniens sich auch unter “Winterbedingungen” lohnen.

Ausgangspunkt San Francisco

Bereits zum siebten Mal durfte ich aus dem Flugzeug die mittlerweile vertrauten Umrisse der Bay Area und eine aus der Luft zierlich wirkende Golden Gate Bridge erblicken. In Kürze gelandet, haben wir uns zum Autoverleih begeben, um das von Sunnycar ausgeliehene Auto zu holen. Wir haben vorab zuhause über die Webseite ein Auto reserviert, welches wir am San Francisco Airport abholten und am Los Angeles Airport wieder abgeben können. Wir dachten uns, was passt für einen Roadtrip wohl besser als ein Ford Mustang. Dadurch das wir bereits über die Webseite bezahlt hatten, konnten wir nur wenigen Minuten später zwischen mehrere Fahrzeug Farben auswählen. Die Wahl fiel auf ein silbernes Cabrio.

Die Zeit vor unserem Roadtrip haben wir bei einem Kollegen in Pacifica verbracht – von hier aus waren wir relativ schnell an vielen Orten, welche an unserer Reiseliste standen.

Die Point Reyes National Seashore

Nördlich der Golden Gate Bridge erreicht man einen wunderschönen Nationalpark mit vielen Highlights. Wir haben uns die grüne Hügellandschaft angeschaut, wo im Sommer die Nebelstreifen begleitet von Hunderten Kamera Blitzen vorbeiziehen. Sind einigen Seeelefanten und Elchen begegnet, haben einen Leuchtturn entdeckt, welcher in den von Haien wimmelnde Gewässer leuchtet und auch an einigen Orten gehalten, welche dank Instagram sehr bekannt sind. Dazu zählen der Tree Tunnel und das Inverness Boat, welches gestrandet und vor einigen Jahren leider abgebrannt ist.

Das Sonoma und Napa Valley – Paradies für Weinliebhaber

Einen Tag nach unserem Nationalpark Ausflug, haben wir die Weinregion um San Francisco erkundet, auch wenn die Reben im späten Sommer malerischer erscheinen als im Winter. Es gibt eine ganze Reihe von Weingüter, welche Kostproben anbieten. Wir haben Ledson Winery & Vineyards besucht und auch das Castello di Amorosa Winery in Napa Valley. Das letzte kann ich leider nicht empfehlen, denn trotz schöner Erscheinung ist es eher eine hektische Touristenattraktion als ein gemütliches Weingut.

Der Stanford University Campus – Zurück in die Studienzeit

Ausgelernt hat man bekanntlich nie und wer schon in der Nähe von Silicon Valley ist, sollte sich die Gelegenheit nicht entgehen lassen, herauszufinden, was die neusten Trends aus der Technologie, Startup und .com Welt sind. Dafür prüfe ich gerne die aktuellen Veranstaltungen auf Meetup und Eventbrite. Diesmal ergab sich eine Möglichkeit, einen zweitägigen Kurs von Stanford Continuing Studies zu besuchen. Neben den interessanten Inhalten trifft man viele Menschen aus der Branche und kann sich bestens vernetzen und austauschen. Aber auch der Stanford Campus punktet als ein Besuchermagnet mit schönen Parks, spannenden Bücherläden und verschiedenen Veranstaltungen.

Tschüss San Francisco – Mit dem Auto ab in den Süden

Für uns war es nun an der Zeit, sich von San Francisco zu verabschieden und mit unserem schönen Ford Mustang weiter zu fahren. Wir wollten es gemütlich nehmen und haben dementsprechend genügend Stopps eingeplant, mit dem Ziel, nicht mehr als 4h pro Tag zu fahren. So sind wir entlang der Half Moon Bay in Richtung Santa Cruz, einem beliebten Surfer Spot, nach Carmel by the Sea gelangt, welches unser erster Halt des Roadtrips war.

Carmel by the Sea – die idyllische Kleinstadt

Vor Ort angekommen, haben wir als erstes in unserem malerischen Hotel, The Normandy Inn eingecheckt, bevor es auf Entdeckungstour ging. Carmel ist eine sehr beliebte Feriendestination am Meer und wohl auch ein klassisches Beispiel von einem wohlhabenden amerikanischen Städtchen. Es hat unendlich viel Charme, nicht nur durch viele Boutique Shops und Kunstgalerien, sondern auch wegen einigen wundersamen Häuschen wie aus einem Zauberbuch. Neben dem Hansel und Gretel Cottage sind hier viele weitere historische Häuser zu finden – eine Tour mit der Kamera in der Hand lohnt sich auf jeden Fall! Ich war zugegeben schon etwas neidisch auf die Carmel Bewohner, welche genug Phantasie, Talent und Umsetzungskraft an den Tag legten, um eine zauberhafte Stadt zu erschaffen. Nach einem anstrengenden Tag haben wir uns entschieden, im Yafa zu Abend zu essen. Wer mal neben den Burgern etwas Abwechslung haben möchte, dem können wir dieses israelische Restaurant sehr empfehlen. Leider ging es für uns am nächsten Tag bereits weiter.

Big Sur – der Fotografen Hotspot

Der wohl berühmteste Teil eines Roadtrips entlang des Highways 1 führt entlang des Pfeiffer Big Sur State Parks. Die bizarren Küsten Felsformationen entlang der Strecke auf einer Seite und die ewigen Redwood Bäume auf der anderen Seite bilden eine perfekte Roadtrip Strecke in der Natur ab. Aber Vorsicht, man kann hier recht schnell durchfahren und die schönen Ecken verpassen. Big Sur bietet eine Vielzahl von Wanderrouten an, wobei nicht alle immer offen sind. Dazu empfiehlt es sich, die Webseite vom Park zu konsultieren. Wir wollten den Sonnenuntergang am Pfeiffer Beach geniessen und haben deshalb ein Zimmer im Glen Oak Big Sur gebucht, einer schönen Unterkunft direkt an der Pacific One. Das retro-chic Motel hat mir sehr gefallen, besonders hab ich die Bodenheizung im Badezimmer geschätzt, da die Nacht doch recht kühl gewesen ist. Für unser Abendessen sind wir ungefähr 10 Minuten weiter südlich gefahren. Dort trifft man das Nepenthe mit Panoramablick und einer riesigen Feuerstelle mitten im Restaurant an. Wer dort einen Besuch plant, sollte sich einen Platz am Fenster reservieren und schauen, dass er zur Sonnenunterganszeit einen Cocktail geniessen kann. Da unser Motel kein Frühstück anbietet, haben wir uns entschieden das kleine Restaurant auf der anderen Strassenseite zu besuchen. Viel Betrieb hat es zwar nicht, dafür hat das Personal Zeit sich liebevoll und ein Müesli und Bagel zu kümmern, welche sehr geschmeckt haben.

Santa Barbara

Auf unserer Weiterfahrt von Big Sur nach Santa Barbara mussten wir leider die Pacific 1 verlassen. Grund war ein Erdrutsch, welcher schon vor einigen Monaten einen Teil der Strecke unbefahrbar gemacht hat. Der Umweg durch das Landesinnere, hinauf auf den Berg und durch die Wälder ist leider etwas mühsamer als einfach geradeaus der Küstenstrecke entlang. Da das mobile Internet dort auch nicht das beste ist, sollte man sich gut mit dem Navigationsgerät auseinandersetzen, da der Weg auch nicht perfekt angeschrieben ist. Nach gut einer Stunde befanden wir uns plötzlich in Militärgebiet, wo Soldaten mit gepanzerten Wagen schauten, wer da so durchfahrt. Etwas Angst hatten wir kurzzeitig schon, denn ausser uns war dort niemand. Nachdem wir das Gebiet verlassen hatten, fuhren wir noch ein paar Mal an Helikopter Plätzen und Waffentest Areale vorbei, bevor wir über die 101 dann schliesslich nach Santa Barbara fuhren.

In Santa Barbara habe ich ein recht spezielles Hotel gebucht. The Cheshire Cat folgt dem Alice in Wunderland Thema und verspricht einzigartig gestaltete Zimmer wie aus dem Bilderbuch. Ich freute mich sehr darauf, doch angekommen fanden wir schnell heraus, dass das Haus von einer speziellen Gesellschaft besucht wird – nämlich von wesentlich älteren Gästen im Pensionsalter. Es schien eine allen ausser uns bekannte Routine zu herrschen, und wir fühlten uns ein wenig fehl am Platz. Gut, dass es in Santa Barbara recht viele Gelegenheiten gibt, dem Hotelleben zu entkommen. Mit dem Auto in Richtung Pier, gingen wir dort noch etwas spazieren und haben den Seelöwen beim Schwimmen zugeschaut, bevor wir uns in der kleinen Shellfish Company Beiz den Magen mit Austern und Meeresfrüchten füllten.

Zurück im Hotel mussten wir dann leider feststellen, dass unser AirBnB für die nächsten 7 Tage storniert wurde, da es ein rechtliches Problem zwischen der Plattform und der Stadt gab. Mit einer Flasche Wein im Zimmer machten wir uns also noch auf die Suche nach einem neuen Hotel oder AirBnB für die nächsten Tage.

Los Angeles

Da einigermassen gute Hotels in Los Angeles sehr teuer und schnell ausgebucht sind, hatten wir ein Problem eines zu finden, was unseren Anforderungen entsprach. Schön war es, dass das AirBnB uns entgegenkam und eine Entschädigung zahlte – auch wenn sie schlussendlich nur knapp eine Nacht kompensierte. So sind wir nach einer Fahrt entlang der Strecke, wo vor einigen Monaten noch meterhohe Waldbrände herrschten, in Richtung LA Downtown gefahren.

Downtown – Das moderne Hipsterquartier

Vom Indigo Hotel LA konnten wir teils zu Fuss, teils mit Uber die meisten Sehenswürdigkeiten und Restaurants besuchen. Was früher ein heruntergekommenes, gefährliches Quartier war, entpuppte sich in letzten Jahren als ein trendiger Ort mit breitem kulturellem und kulinarischem Angebot. Zwischen den Wolkenkratzer verstecken sich auch beliebte Instagram Foto Locations wie ein farbig funkelnder Lichter Raum im The Broad Museum, eine atemberaubende Glas Rutschbahn im OUE Skyspace LA  oder das aus Büchern gestaltete Guckloch in The Last Bookstore.

Cadillac Oscar’s Party

Wer LA sagt, denkt automatisch an Hollywood, und Hollywood bedeutet Oscars. Die Oscars Verleihung zieht die Aufmerksamkeit der ganzen Welt auf sich und die grössten Namen der Filmwelt sind auf den Gästelisten der Oscar Partys zu lesen. Wir waren sehr geehrt, eine Einladung zu Cadillac’s Oscars Pre-Party zu erhalten, welche zu den begehrtesten Events rund um Oscars gehört, da Cadillac auch einer der Hauptsponsoren der Oscar Verleihung ist. Das Event fand im legendären Chateau Marmont statt, wo unter anderen auch La La Land Film gedreht wurde, und man munkelte, dass Leonardo Di Caprio himself am gleichen Abend dort ein Zimmer gebucht hatte. Es war sehr aufregend, die nominierten Schauspieler, Filmproduzenten und Menschen aus dem Show Business um sich zu haben. Der Abend wird uns garantiert lange in der Erinnerung bleiben.

Venice Beach

Vor etwa einem Jahr haben wir uns die Serie „Californication“ angeschaut, und bereits bei unserem ersten Besuch in Venice Beach wirkten viele Orte deshalb etwas vertraut. Von unserem Hotel “The Kinney Venice Beach” aus konnten wir dann etwas den Spuren von Hank Moody folgen und spazierten entlang der Beach Promenade zu den Venice Kanälen und machten einen Ausflug zum Santa Monica Pier. Wer in Venice Beach ist, sollte unbedingt entlang des Abbot Kinney Boulevard`s laufen gehen. Neben den farbigen und coolen Graffiti finden sich kleine Shops und trendige Restaurants, welche man gesehen haben muss.

Newport Beach – Delfine zum anfassen

Kurz bevor es wieder zurück in die Schweiz ging, entschieden wir uns noch etwas weiter der Pacific One entlang in den Süden zu fahren. Ziel war Newport Beach, welchen einige sicher aus der Serie O.C California kennen. Auch wenn Kevin wegen der Serie mal dort hin wollte, fand er dann mit Whale Watching einen besseren Grund. Da er seit einiger Zeit einer Instagrammerin folgt, welche dort Bilder von Walen und Delfinen mit der Drohne macht, wollte er es auch mal versuchen.

An der Küste von Kalifornien gibt es ganzjährig einen regen Verkehr von verschiedenen Walarten, welche wir auf unserem Roadtrip immer mal wieder durch ihre Fontäne aus der Ferne gesichtet haben. Bei unserer Ausfahrt aus dem Hafen haben wir vom Boots Team bereits einiges über Delfine und Walen gelernt. Kurze Zeit später lieferten wir uns schon ein Wettrennen mit den Delfinen. Etwas weiter von der Küste entfernt, trafen wir dann auch den ersten Wal an. Es war ein Finnwal, welcher zum Luft holen an die Oberfläche gekommen ist. Zu unserem Glück, war dies nicht der einzige Finnwal und etwas später tauchten noch zwei weitere auf, von welchen Kevin dann doch noch ein Drohnenbild machen konnte.

Für uns ein perfekter Abschluss der Ferien und des Roadtrips entlang der California One.

LAX – Auto Abgabe am Airport

Unsere Reise war nach einem kurzen Abstecher zum Long Beach nun zu Ende und wir machten uns schweren Herzens auf den Weg zum Los Angeles Airport, wo wir den Ford Mustang bei der Sunnycars Autovermietung abgeben mussten. Hierbei sei vielleicht noch gesagt, dass die Autovermietung nicht direkt am Flughafen ist, weshalb man noch ca. 10 Minuten mit einem von Sunnycars organisierten Shuttle fahren muss. Je besser man bei der Autoabgabe vorbereitet ist, umso schneller geht es auch. Da wir bereits am Morgen alles fertig gepackt und aufgeräumt haben, hatten wir die Autoabgabe innert fünf Minuten erledigt.

Im Nachhinein ist man immer schlauer und es ergeben sich immer Ideen, wie man die gemachte Reise verbessern könnte. Ich würde an einigen Orten wie Carmel und Big Sur sicher noch einige Tage mehr verbringen und Wanderungen einplanen. Auch Newport Beach war wunderschön und lohnt sich mal für eine Woche Ferien und als Ausgangspunkt zu vielen schönen Orten.

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