moray inca lab peru highland landscape

Unser Inca Trail von Cusco bis nach Machu Picchu

Genau wie viele, träumte ich schon lange davon Machu Picchu, die geheimnissvolle Ruine der Incas mit einigen Augen zu sehen. Doch eine solche Reise ist weit, teuer und umständlich, weshalb dieser Traum ein langfristiger war. Irgendwann dachte ich, wird mich der Weg dorthin führen, aber nicht in nächster Zeit.
Und dann hab ich auf einem Blog Bilder von Cusco gesehen. Die Stadt aus Stein mit ihren roten Dächern und steilen Gässchen. Und plötzlich rückte die Idee, nach Peru zu reisen in eine viel nähere Zukunft. Es war also Cusco, welche mich nach Peru gebracht hat und nicht Machu Picchu.

Rooftop View over Cusco

Cusco – Die Hauptstadt der Incas

Das Inca Imperium reichte von Kolumbien bis nach Argentinien, und Cusco war die stolze, wunderschöne Hauptstadt davon. Die Bevölkerung zählte aber nicht mehr als 1000 Personen – nur die Königsfamilie durfte in Cusco leben. Heute sind noch viele Bauten erhalten, an welchen sich die Besuchern erfreuen. Touristen gibt es eine Menge, schliesslich ist Cusco der Startpunkt der Reise nach Machu Picchu. Wir sind für einige Tage in Cusco geblieben, im Illa Hotel. Es gibt viele Hotels, welche in ehemaligen historischen Villas beheimatet sind, und unseres war eins davon, mit einem schönen Innenhof und verzierten Treppenhäuser. Wer sich für so ein Hotel entscheidet, sollte immer im Kopf behalten, dass es in Cusco sehr kühl ist und hinter den dicken Mauern kann es richtig kalt werden. In den modernen Hotels gibt es natürlich eine Zentralheizung. Insgesamt wurde Cusco zu unserer Homebase. Wir machten den Incatrail, bereisten Bolivien und kehrten jedes mal sehr gerne zurück.

posing with baby alpaca and cholitas in cusco peru

Kevin Kyburz and View over Cusco Church Cusco Peru

Daria Muehlehtaler Shopping Cusco Peru
Cusco ist recht touristisch, geht aber nicht in der Menge unter, sondern saugt alle in die engen, mit Shops und Cafès gefüllten Gassen ein. Am Essen und Trinken ist hier nichts auszusetzen! Zu unseren Lieblingsplätzen ist das Cicciolina (Frühstücken, Mittag- und Abendessen) und das Marcelo Batata für die Sonnenuntergangs Drinks geworden. Aber auch das Pachapapa können wir empfehlen. In Peru sind die Kochkurse sehr populär. Man bereitet die Spezialitäten der peruanischen Küche zu und verspeist sie freudig danach. Wir haben in Cusco bei Rooftop Kitchen Peru einen Kurs besucht und fanden diesen sehr spannend.

Wer Shoppen geht, trifft schnell überall Alpaka an. Die Wolle, aus welcher Mützen bis Ponchos in jeder Farbe und allermöglichen Muster hergestellt wird, ist sehr dominant und an den Marktständen ein Fest für die Augen! In Cusco findet man auch einige Schamanenläden, wo man Edelsteine, Kräuter und Musik kaufen kann.

Machu Picchu und der Inca Trail

Anders als bei Rom, gibt es hier nur zwei Wege, die nach Machu Picchu führen. Entweder mit dem Zug, oder zu Fuss. Die letzte Variante beinhaltet den legendären Inca Trail – in vier Tagen bewältigt man den Weg nach Machu Picchu, welchen auch die Incas gelaufen sind. Die Tour ist sehr beliebt und muss sechs Monate im Voraus gebucht werden. Die Verfügbarkeiten sind online ersichtlich. Da wir uns relativ spontan entschieden haben nach Peru zu reisen, haben wir leider keinen Platz mehr erhalten. Zum Glück gibt es unterschiedliche Alternativen. Zu einem, der Salantay Treck, welcher in fünf Tagen durch die Berge um Machu Pichhu führt. Der ist eher für die Hardcore Wanderer geeignet, welchen Zelteln und die Kälte nichts ausmachen. Wir haben uns für eine wärmere Variante entschieden und liefen den kurzen Inca Trail, welcher zwei Tage dauerte. Früh am Morgen aufgestanden, wurden wir mit dem Shuttle nach Ollantaytambo gebracht, wo wir mit dem Zug eine Stunde bis Kilometer 104 fuhren. Dort stiegen wir aus und bewältigten 12 km bergauf in gut 6 Stunden. Nicht dass wir unbedingt darauf brennten, 2h früher als geplant in Aguas Calientes anzukommen und ein Bier zu trinken, aber unsere Gruppe hatte echt ein Tempo drauf. Sicherlich haben auch die Heilmittel von unserem Guide geholfen. Vom Anfang an brachte er uns bei, dass Coca Blätter gegen die Höhenkrankheit helfen und man sie wie ein Lama kauen soll. Sein Motto: “No Coca, No Power”!

inca trail to machu picchu peru lama in machu picchu peru
Was für eine Freude, nach einer anstrengenden Wanderung durch das Sonnen Tor die Ruinen von Machu Picchu zu erblicken! In einer majestätischen Berglandschaft eingebunden, bekannt aus Tausenden von Bildern, rauben sie einem den Atem. Auch aus näherer Distanz, wenn auch die Touristenmengen erkenntlich sind, ist Machu Picchu immer noch eine Augenweide.

Machu Picchu Peru
Zusammen mit 5000 anderen Touristen (was zwei mal mehr war, als offiziell erlaubt) spazierten wir durch die alten Bauten, lernten die Geschichte der Incas und sahen ihr architektonisches Geschick. Die berühmten Treppenterrassen waren nämlich die Labore, wo die wilden Pflanzen domestiziert und kultiviert wurden. Incas war das astronomische Jahr sehr wichtig, mehrere Tempel sind nach Sonne und Jahreszeiten ausgerichtet. Um die Götter gnädig zu stimmen, wurden dort schwarze Lamas, aber auch Kinder geopfert.
Die beste Besuchszeit ist früh am Morgen – wenn die Sonne erst aufgeht und die Landschaft von den langen Sonnenstrahlen erhellt wird. Am Mittag, wenn es richtig heiss wird, kommen auch die Touristen, die den Zug genommen haben. Es ist somit die beste Zeit um wieder zurück nach Aguas Calientes zurückzukehren. Entweder läuft man 1,5 Stunden eine Steintreppe runter oder fährt gemütlich 30 Minuten mit dem Bus, der 12 Dollar kostet. Aguas Calientes ist für Touristen gebaut, was man an den vielen möchtegern Pizzerias sieht. Wer richtig gut essen möchte, geht zu Indio Feliz, welches von einem Französen geführt wird, der sich in eine Peruanerin verliebt hat. Zusammen eröffneten sie das Restaurant, welches unbedingt ein Besuch wert ist. Für die Drinks am Abend fand ich Inka Wasi sehr schön.

view of machu picchu ruins

Sacred Valley – Noch mehr Inca Terrassen

Ehrlich gesagt war ich anfangs recht skeptisch, ob Sacred Valley einen ganzen Reisetag wert ist, wenn man bereits von der Schönheit Machu Picchu’s geblendet wurde. Wir haben trotzdem kurzfristig im Hotel für 180 Dollar eine Privattour gebucht und konnten somit sehr viel zusätzlich sehen.

Pisac
Das Eindrücklichste an den Ruinen von Pisac sind die Grabstätten – es sind nämlich Tausende Löcher im Berghang, in welchen mumifizierte Überreste ruhen. Die Incas glaubten daran, dass der Kondor die Seelen in den Himmel trägt, weshalb es besser ist, so hoch wie möglich bestattet zu werden. Später haben wir vor Ort bei einem Dorfmarkt gehalten, welcher klein aber fein ist und viele handgemachte Sachen gesehen, welche wir später an keinem anderen Ort mehr gefunden haben.

Cactus in pisac sacred valley peru

 

Olliantaytambo
Das Dörfchen, aus welchem der günstige Zug nach Machu Picchu startet, beheimatet ebenfalls Ruinen und ein Liebesepos von einem Krieger und einer Prinzessin, welche trotz dem Krieg ein Happy End gefunden haben. Wenn man genau schaut, sieht man im Berg hineingemeisselte Königsgesichter, welche an Jahresanfang von den Sonnenstrahlen gestreift werden.

Moray
Für uns ging es weiter die Berge hoch, zu den runden Terrassen wo die Incas viele Pflanzen domestiziert haben. Die Temperaturunterschiede zwischen den Terrassenringen betragen nämlich 5 Grad, und die Pflanzen wurden so stufenweise angepasst. Das riesige Loch haben die Incas nicht selber gegraben, es soll anscheinend ein Einschlagort eines Meteorites sein. Die Landschaft rundum ist atemberaubend – die schneebedeckten Gipfel, weite Felder und endloser Himmel.

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Maras
Früher ein blühendes Marktdorf, ist Maras heute eine triste Erscheinung. Es beheimatet aber die erstaunlichen Salzterrassen, die definitiv einen Besuch wert sind. Es sind kleine Pools, welche mit heissem Wasser aus dem Berginneren gespiessen werden. Sonne und Wind lassen das Wasser schnell verdunsten und am Schluss bleibt jede Menge Salz. Die einheimischen Familien besitzen eigene Pools und arbeiten dort früh am Morgen und am Nachmittag. Am Mittag ist die Arbeit schädlich für die Augen, denn die weissen Pools sind sehr grell. Das abgebaute Salz kann man vor Ort und teils auch in Cusco kaufen.

 

Chinchero
Die letzte Station unserer Tour war Chinchero, wo wir sehen durften, wie der Alpaca Stoff gefärbt wird. Die Alpakawolle und andere Stoffe werden mit natürlichen Mittel gefärbt – Mais, Früchte, Blätter und sogar Pflanzenschädlingen. Die Technik hat sich seit Jahrhunderten nicht geändert und wird von Mutter zur Tochter weitergereicht. Bei einem Tee wird dieser Prozess gezeigt und später hat man die Möglichkeit sich ein Souvenir aus Alpaca Wolle zu kaufen.

Fazit: Leider sind wir mit 10 Uhr sehr spät gestartet und etwas in Stress gekommen, denn die meisten Sehenswürdigkeiten schliessen bereits um 5 Uhr. Im Nachhinein würde ich Ollantaytambo auslassen um mehr Zeit für die restlichen Stopps zu haben.

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