So sieht Die beste Matterhorn Aussicht oberhalb von Zermatt aus. Foto-, Wander- und Hoteltipp inklusive

Mindestens einmal im Jahr zieht es mich nach Zermatt in das kleine Walliser Dorf, welches vor allem wegen dem Matterhorn bekannt geworden ist.
Die Gründe: Gutes Essen, tolle Menschen und natürlich die Landschaft, welche neben dem Matterhorn auch noch andere tolle Bergspitzen beherbergt.

Kurz bevor die Hauptsaison im Sommer startet, mache ich mich mit meiner Ausrüstung auf den Weg. Zermatt lässt sich am einfachsten mit dem Zug erreichen, denn neben der Möglichkeit im Zug zu schlafen oder zu arbeiten, erwarten einem keine Staus und man kommt bereits entspannt an.

Ankunft in Zermatt

Für diejenigen, welche mit den Beinen bergauf nicht so geübt sind, geht es nun mit der 1. Bahn von der Talstation hoch zur Station Sunnegga. Auch wenn die Zermatt/Matterhorn App nicht gerade ein Geniestreich der Macher war, lohnt es sich, die App vor dem Ausflug herunterzuladen, da man sich durch einen Ticketkauf über die App viel Warterei bei den Bergbahnen erspart.

Nach der Ankunft bei der Station Sunnegga, bieten sich zwei Möglichkeiten an. In rund 3,5 Stunden lässt sich die 5-See-Wanderung in Richtung Fluhalp (Ziel) mit traumhaften Ausblicken machen, oder es geht direkt mit der Gondelbahn von der Station Sunnegga weiter Richtung Blauherd.

Bei der Station Blauherd angekommen, geht es nun für alle egal, ob geübt oder Neuling zu Fuss in die Fluhalp. Der Weg führt uns am Stellisee vorbei, welcher ein guter Ort ist, um für den Endspurt nochmals eine kleine Pause einzulegen und die Aussicht zu geniessen.

Die Fluhalp – Das günstigste Hotel mit der besten Aussicht in Zermatt

In rund 30 Minuten Bergauf und halb um den See ist das Ziel – die Fluhalp erreicht. Die Wanderhütte ist spätestens seit diesen Bildern nicht mehr nur bei Wanderer beliebt, denn meiner Meinung nach bietet es die beste Aussicht auf das Matterhorn und ist die Ausgangslage für tolle Bilder. Weiterhin gibt es Einzelzimmer mit Halbpension bereits am CHF 148, was ein unschlagbarer Preis ist.

Oben in der Hütte angekommen, gönne ich mir je nach Situation gerne mal ein Bier oder starte gleich mit einem Fondue und einer guten Flasche Weisswein (Petite Arvine).

Während die letzten Wanderer, welche auch auf der Fluhalp übernachten eintreffen, überlege ich mir bereits, wie wohl der Sonnenuntergang mit den Wolken aussehen könnte oder welchen Weg die Milchstrasse und der Mond gehen, sobald es dunkel ist.

Kurz bevor die Sonne untergeht, serviert das Fluhalp Team das Abendessen, was standardmässig immer aus einem 4-Gänger besteht und definitiv nicht für eine Wanderhütte üblich ist.

Die Nacht bricht herein – Millionen von Sterne und mit Glück eine Milchstrasse

Ausblick aus dem Zimmer. Natürlich sollte das Zimmerlicht ausgeschaltet sein.

Sobald die Sonne untergegangen ist, zeigt sich die Auswahl des Hotels als durchaus vorteilhaft, da die Lichtverschmutzung sehr gering ist und man einen wunderschönen Blick auf die Sterne haben kann. Wer direkt aus der Hütte kommt, muss sich mit seinen Augen oft erst an die Dunkelheit gewöhnen um die Sterne sehen zu können. Doch sobald die Ersten sichtbar sind, geht es nicht mehr lange und man sieht sie zu Millionen am Himmel. Mit Apps wie zb: StarWalk 2 lassen sich die Sternbilder noch identifizieren und mit Glück sogar einen anderen Planeten entdecken.

Wer zur richtigen Zeit vor die Tür geht, kann mit Glück nicht nur die Sterne sehen, sondern kriegt gleich die ganze Milchstrasse zu Gesicht. Ein Anblick, welcher mich immer wieder aufs neue Fasziniert. Leider richtet sich die Milchstrasse nicht an uns Menschen, weshalb es für mich oft auch bedeutet, um 3 oder 4 Uhr aufstehen zu müssen, um sie zu sehen.

Die Milchstrasse über der Fluhalp

Sollte Vollmond sein, wird das Erkennen der Milchstrasse relativ schwierig, da der Mond den Himmel sehr hell beleuchtet.

Der Sonnenaufgang – Wenn der Gipfel des Matterhorns glüht

Wer nach einer langen Nacht noch mag, sollte sich früh einen Wecker stellen. Gegen 5.30 wird nämlich das Matterhorn von der Sonne geweckt und bringt den Gipfel und später den Rest des Berges zum Glühen.

Bei diesem Spektakel lohnt es sich, bereits um 5 Uhr aufzustehen und einen Blick aus dem Fenster zu werfen. Sollten die Wolken das Matterhorn bedecken, kann man es später vielleicht mit Glück aus dem Fenster beobachtet. Sollte jedoch ein klarer Himmel sein, oder vereinzelt Wolken, sollte man sich die Wanderschuhe anziehen und runter zum Stellisee laufen, denn dort sieht das ganze nochmals 1000 mal schöner aus, und das Matterhorn spiegelt sich im See, was atemberaubende Bilder gibt.

Rund 30-40 Minuten später ist das Spektakel vorbei und ich gehe immer zurück in die Hütte und starte mein Frühstück.

Wer hochfährt, muss runterlaufen

Nach dem Frühstück packe ich meinen Rucksack, entweder komplett, sollte es mein Abreisetag sein oder einfach mit Wasser und der Kameraausrüstung. Nun starte ich meine Wanderung von Oben nach unten in Richtung Zermatt, wobei ich den Stellisee auslassen und direkt links von der Fluhalp auf der Muräne entlang Richtung Grindisee laufe.

Die letzten Sterne beim Grindisee bevor die Sonne aufgeht.

Nachdem ich dort einige Bilder gemacht habe, geht es weiter Richtung Findeln. Da wandern für mich kein Wettrennen ist, bin ich hier und da mal am Halten und die Umgebung am Beobachten. Mit einem guten Gehör und guten Augen erkennt man neben sich ein Murmeltier oder trifft Geissen an, welche das leckerste Grass suchen.

Zum Mittagessen kehre ich gerne ins Chez Vroni ein oder in die Adler Hitta. Beide bieten ein hervorragendes Mittagessen an. Sofern ich noch mag, gönne ich mir neben einem Glas Weisswein ein weiteres Fondue und eine Trockenfleisch-Platte mit Käse aus der Region.

Nach der Mittagspause beeile ich mich etwas mit dem Abstieg, da um 17 Uhr bereits die letzte Bahn nach oben zurück auf den Blauherd fahrt.

In Zermatt angekommen, gibt es meistens im Mont Cervine Palace ein Stück Kuchen und einen Kaffee für mich, bevor es wieder mit der Bergbahn nach oben zurück in die Fluhalp geht, sofern es nicht mein Abreisetag ist.

Tipps für deine perfekte Reise zur Fluhalp

  • Eine perfekte Reise hängt natürlich auch immer mit dem Wetter zusammen. Bei meinem letzten Besuch in Zermatt hat es geregnet und war praktisch den ganzen Tag lang bewölkt. Für meinen Aufstieg zur Fluhalp (genau von ganz unten nach ganz oben) war ich aber froh um die Wolken, da es kühler war und auch ein einfacher Sonnenschutz gereicht hat.
  • Meiner Meinung nach sollte man sich, sofern man in den Bergen übernachtet, immer sehr warm anziehen. Sollte es dennoch zu warm sein, kann man sich immer etwas abziehen.
  • Sofern möglich, sollte man 2 Nächte oder länger in der Fluhalp bleiben. Neben den tollen Leuten, die man vor Ort kennenlernt, ist man auch flexibler, was Nachtaktivitäten oder Sonnenaufgänge betrifft und muss nicht in einer Nacht alles mitbekommen.
  • Sollte es mal schlechtes Wetter haben, ist dies zwar im ersten Moment nervig und man wäre wohl lieber in einem Wellnesshotel, doch ist die Stimmung dort oben so was von Einzigartig und die Landschaft wirkt wie aus einem Mystery Film, dass man es einfach geniessen sollte.
  • Wie bereits zu Beginn erwähnt, lohnt es sich, seine Bergbahn-Tickets frühzeitig zu kaufen. Neben ein paar Franken, die man spart, kann man auch einfach den Stau an den Kassen umgehen.
  • Bei schönem Wetter solltet ihr oben auf der Fluhalp unbedingt draussen ein Fondue essen und die Aussicht geniessen.
  • Schaut nicht die ganze Zeit auf euer Smartphone oder durch die Kamera, sondern geniesst den Moment, die Natur und die Tiere
Kategorien Travel

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