Samsung Gear 360 Front

Samsung Gear 360 – Testbericht einer 360 Grad Kamera

Seit der Vorstellung der Oculus Virtual Reality Brille, des Google Cardboards und der Samsung Gear VR kommen nun auch langsam die passenden 360 Kameras auf den Markt, um die VR Brillen mit Inhalt zu füllen. Samsung hat an der Mobile World Konferenz in Barcelona ihre Samsung Gear 360 vorgestellt und ist neben der Ricoh Theta und der LG 360 CAM einer der ersten Hersteller, welche eine 360 Grad Kamera für den breiten Markt ins Rennen schickt.

Für unsere Reise nach New York haben wir uns die Kamera etwas genauer angeschaut und vor Ort ausprobiert.

Samsung Gear 360 – Die Bedienung

Die etwa sechs Zentimeter grosse Kamera-Kugel mit ihren zwei 15-Megapixel Linsen auf der Vorder- und Rückseite nehmen ein 360 Grad Video oder Bild auf. Die Kamera besitzt gerade einmal drei Knöpfe mit denen man sie ein/ausschalten, eine Aufnahme starten oder durch das Menü wechseln kann.
Im Lieferumfang ist ein kleines Stativ enthalten, welches dank dem Standard Gewinde ohne Probleme auch durch eigenes ersetzt werden kann.

Die Kamera ist schnell aufgestartet und zeigt sofern verbunden, sofort über die »Samsung Gear 360 App« das Live-Bild an. Sie nimmt Fotos, Videos, Zeitraffer und Videoloops auf und übertragt sie anschliessend aufs Smartphone. Die App ist zurzeit nur für Android verfügbar und funktioniert nur mit dem Galaxy S7, Galaxy S7 EDGE sowie dem Galaxy S6 EDGE+, Galaxy S6 EDGE und dem Galaxy S6. Weitere Hersteller mit Android und auch das iPhone sollen später Zugriff auf die App haben.

Über die App lassen sich die aufgenommen Videos und Bilder direkt auf Facebook, YouTube oder Google Street View laden zudem können Einstellungen an der Kamera vorgenommen werden. Hinter einer Klappe verstecken sich ein Micro-USB-Anschluss zum Laden und ein Einschub für eine microSD-Karte (bis 128 Gigabyte). Einen eigenen Speicher hat die Kamera nicht, somit erfolgt das Stitching, also das Zusammenfügen der beiden Kamera-Bilder, nicht direkt in der Gear 360, sondern entweder auf dem Smartphone oder am Computer.

Samsung Gear 360 SideSamsung Gear 360 Both KamerasSamsung Gear 360 Display

Ein kleines aber feines Feature der Samsung Gear 360 ist der Schutz gegen Wasser und Schmutz (IP53), wodurch sich die Kamera hervorragend für den Einsatz im Freien eignet. Durch ihr geringes Gewicht von gerade einmal 153 Gramm ist sie der perfekte Reisebegleiter. Die Verbindung zum Smartphone kommt neben NFC auch via Bluetooth und WLAN zustande.

Der Akku war bei unserem Test bei praktisch durchgehenden Aufnahmen nach rund 4 Stunden leer.

Qualität

Die 360 Grad Kamera filmt in einer UHD Auflösung von 3840 x 1920 Pixel. Fotos werden mit bis zu 7776×3888 Pixel aufgenommen. Die beiden Kameras besitzen eine F2.0 Blende, womit die sie zu jeder Tageszeit super Aufnahmen machen kann.

Preis und Verfügbarkeit

Die 360 Grad Kamera wird rund CHF 380 kosten (Brack.ch listet sie bereits für CHF 379 auf) und wird Anfang Juli in allen Ländern zum Kauf erhältlich sein.

Unser Test

In New York hatten wir die Samsung Gear 360 immer dabei und haben bei jeder Möglichkeit den Moment durch ein Bild oder ein Video festgehalten. Die Kamera ist schnell aufgestartet und eingerichtet. Nach dem ich den Auslöser gedrückt habe, lief der Timer bis zur Aufnahme, welchen ich auf 5 Sekunden gestellt habe. Ich habe die Kamera praktisch immer mit nach oben ausgestrecktem Arm verwendet, da es wenig Gelegenheiten gab, die Kamera abzustellen. Die Bilder und Videos waren einfach auf das Smartphone zu übertragen. Leider stürzte mir die App und die Verbindung in 1 von 10 Übertragungen ab, was wohl daran lag, dass die Software noch nicht ganz ausgereift ist.
Das Veröffentlichen der Videos auf Facebook oder YouTube mit der Samsung Gear 360 App hat ohne Probleme funktioniert, wobei ich noch nicht ganz mit der Bildqualität zufrieden bin.
Wer Videos zusammenschneiden möchte, kann sich den Samsung Gear 360 Action Director für seinen Windows PC herunterladen und dort die Videos stitchen und direkt auf Facebook oder YouTube veröffentlichen. Die Software bringt an sich keine anderen Möglichkeiten wie die App, ausser das Zusammenschneiden mehrerer Videos und die Einstellung der Qualität des Videos beim Stitching. Bei meinem Test mit Adobe Premiere Pro, wurde das Stitching von den zwei 180 Grad Videos nicht unterstützt, weshalb man noch auf den Action Direktor angewiesen ist. Andere Programme habe ich aus Kostengründen nicht getestet, hoffe aber es kommen noch einige oder der Action Direktor wird massiv verbessert.

Samsung Gear 360 Hand

Fazit

Die Kamera gefällt mir sehr gut und hat bei ihrem vermuteten Preis und der Leistung gute Voraussetzungen erfolgreich zu werden. Wenn Samsung die Kinderkrankheiten noch beseitigen kann und mit weiteren Funktionen und einer besseren Software daherkommt, wird diese Kamera Erfolge feiern, bevor andere Hersteller ihre Kameras überhaupt auf den Markt gebracht haben.

Eine Funktion, welche ich mir noch wünschen würde: Bei einem 360 Grad Video gibt es eigentlich immer ein »schwarzes Loch« welches Samsung relativ gut durch eine Option mit ihrem Logo abdeckt. Gerne würde ich dort mein eigenes Logo hochladen.

Anmerkung: Was wir schwierig fanden, aber nichts mit der Kamera zu tun hatte, war eine Antwort darauf, wie man eigentlich ein 360 Grad Video dreht, damit es für den Zuschauer spannend ist. Dieser Frage werden wir in den nächsten Monaten noch ein paar mal begegnen und hoffen bald eine Antwort zu finden. Tipps sind willkommen 😉

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Der Artikel wurde uns von Samsung Schweiz kostenlos zur Verfügung gestellt und wird nach der Testphase wieder retourniert

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6 Kommentare

  • Reply Maurice Raguse 30. Mai 2016 at 22:47

    Danke für die Einblicke… findet ihr nicht auch, dass die Videoqualität nicht wirklich ausreichend ist?

    • Reply Kevin 30. Mai 2016 at 22:55

      Danke dir. Natürlich könnte die Qualität noch etwas besser sein. Bedenke einfach, 369 Grad Videos sind bisher eher für Smartphones gedacht und dort fidne ich es auch super.

  • Reply Mario 14. Juni 2016 at 17:54

    Ich hoffe ich mache mich hier beim ersten Post nicht direkt unbeliebt, aber……..
    Die Videoqualität ist Dir nicht gut genug????

    Sorry Du erwartest für 350 – 400€ ein Graät das am besten 4K Videos macht??
    Vor ein paar Monaten war es noch nötig das man einige Hero Pro´s zusammenschließen muste, der Preis hierbei weit über 2.000€ das Ergebniss nicht viel besser.

    Videoschnitt ging nur am PC oder Mac.
    Mit der Gear 360 hat man ein Produzkt das Massentauglich ist!
    Die Videos sind leider noch nicht perfekt, aber das war zu erwarten.

    Möchtest Du eine 4K Videokamera dann schau Dich bitte Preislich mal ab 3.000€ um dann hats Du das perfekte Bild!
    Leider dann immer noch nicht in 360 Gard.

    Ich finde Samsung hat es gut gemacht, eine Kamera die Massentauglich ist und mit der jeder 360 Grad Aufnahmen machen kann, zu einem kleinen Preis.

    Ich hoffe Du verstehst was ich versuche zu erklären, es scheint so als wenn der Kunde nicht versteht was die Technik (Hersteller) leisten muss um solche Bilder zu erstellen.
    Und das bei einem Preis der wohl mehr als günstig ist.
    Wer macht es Samsung nach?

    Bisher ist mir keiner bekannt.
    So nun genug Denkanstöße 😉

    LG Mario

    • Reply Kevin 14. Juni 2016 at 18:20

      Hi Mario
      Danke für deinen Kommentar, du machst dich sicher nicht unbeliebt 😉
      Wie im Beitrag erwähnt, bin ich wirklich nicht ganz happy mit der Bildqualität, denn Samsung ist ja durch ihre Kameraqualität bekannt und ich hätte hier etwas mehr erwartet. Verstehe mich nicht falsch, ich finde es super was das Teil kann und bei den 300-400€ darf man sicher nicht motzen, ich hätte beim Versprechen von UHD halt UHD erwartet. Wie ich jedoch oben im Kommentar schon erwähnt habe, ist 360 Grad Content ja momentan hauptsächlich für Mobile Geräte gedacht und dort finde ich die Qualität ausreichend, denn UHD kann ja keiner bei anständiger Ladezeit mit LTE anzeigen 😉
      Liebe Grüsse
      Kevin

    • Reply HM 8. Juli 2016 at 6:52

      Ich besitze die Gear 360 jetzt ein paar Wochen und habe sie immer dabei, da sie schnell und einfach zu verwenden ist. Die Bildqualität ist allerdings durchwachsen und deutlich schlechter als bei einem (z.B.) GoPro System um ein paar Tausend Euro. Das Problem bei der Gear 360 ist nämlich, dass die 4K Auflösung, technisch bedingt, interpoliert ist.

  • Reply Claudia 8. Juli 2016 at 17:45

    Hi Kevin,
    Ich sehe du hast mit der Samsung ähnliche Erfahrungen gemacht wie wir. Für den Preis darf man keine Hollywoodkamera erwarten, aber für den Preis ist sie unschlagbar. Wir haben sehr viel recherchiert und verglichen bevor wir sie gekauft haben und haben uns schließlich für die Gear entschieden. Den Vergleich der Reisekameras poste ich mal drunter, falls jemand Interesse hat.
    Uns war sie sogar gut genug um unseren ganzen 360° Videoreiseblog auf ihren Fähigkeiten aufzubauen^^
    Nachts ist sie trotz Update noch nicht sehr fit, aber das ist auch keine andere aus der Preisklasse. Einen Sonnenaufgang oder -untergang möchten wir bald ausprobieren. Hast du da schon Erfahrung?

    Liebe Grüße
    Claudi und Marius

    Hier der Link zum Vergleich:
    http://okomondo.de/samsung-gear-360/

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