Drone Bolivia Altiplano Salar de Uyuni

Mit der Drohne nach Peru und Bolivien reisen

Für unsere gut einmonatige Reise durch Peru und Bolivien haben wir eine Drohne mitgenommen, genau gesagt eine DJI Phantom 4. Dass die Gesetzlage in jedem Land anders aussieht und wir in der Schweiz Glück haben was dies bertrifft, machte unser Vorhaben nicht ganz einfach. In diesem Beitrag schreibe ich unsere Erfahrungen und Schritte in Peru und Bolivien nieder, beachtet dabei immer, dass sich die Gesetze in jedem Land ändern können und es einfacher oder auch schwieriger werden kann. Habt ihr ähnliche Erfahrungen gemacht in anderen Ländern, dürft ihr uns diese natürlich gerne mitteilen.

Vorbereitung

Darf ich überhaupt in Peru und Bolivien mit einer Drohne fliegen? Brauche ich ein Zertifikat oder eine Bewilligung? Wie sehen die Bestimmungen bei der Airline und dem Flughafen aus um eine Drohne konform zu transportieren? Diese Fragen haben wir uns ganz am Anfang gestellt und uns auf den Weg gemacht die Antworten zu finden.



Drohne im Flugzeug

Wer nach genau diesen Worten Google fragt, bekommt in Drohnen Foren und auf Blogs jede Menge Antworten. Einige sagen die Drohne darf mit ins Handgepäck, andere behaupten, sie müsse ins Gepäck, welches man aufgibt. Wenn wir uns die aktuelle Lage mit dem Gepäck etwas anschauen, wissen die Vielflieger und fleissigen Zeitungsleser bereits, dass die Akkus seit April 2016 nur noch im Handgepäck transportiert werden dürfen, somit ist ein Teil der Drohnen-Fracht bereits im Handgepäck dabei.

Achtung Propeller

Da die Propeller der Drohne als Stichwaffe angesehen werden, dürfen diese nicht ins Handgepäck und gehören in das aufgegeben Gepäck.

Airport Shipol Drone in Hand luggage

Jede Airline hat seine eigenen Regeln.

Wie der Flughafen Shipol uns auf Twitter bereits informierte, soll man am besten noch die Airline fragen, was ich bei unserem Flug von Zürich-Amsterdam bei Swiss gemacht habe und nochmal bei KLM für den Flug Lima-Amsterdam.

Swiss
Auf meine Nachfrage bei Swiss International Airlines auf Twitter wurde mir gesagt, dass Drohnen nicht im Handgepäck transportiert werden dürfen. Somit habe ich online noch 55 Franken/ pro Weg bezahlt, um ein zusätzliches Gepäckstück transportieren zu dürfen.

Macht dies wirklich online vor dem Flug, somit spart ihr Kosten, denn ein zusätzliches Gepäck kostest bei Bezahlung am Flughafen oft das Doppelte.

Swiss eine Drohne kann nicht im Handgepäck transportiert werden

 

KLM
Bei der Royal Dutch Airline ist man mit Drohnen bereits etwas offener und erlaubt diese im Handgepäck zu transportieren. In der Antwort wurde noch auf den Transport von Akkus hingewiesen.

KLM Drohne im Handgepäck

Drohnen Rucksack

Da ich bei Swiss die Drohne aufgeben musste, musste dafür natürlich auch ein richtiger Drohnenkoffer gefunden werden. Brack.ch bietet einige Koffer an und ich habe mich für den Lowepro DroneGuard BP 450 AW entschieden. (Achtung: Der Koffer weicht an 2 Stellen um 1cm von der erlaubten Handgepäcksgrösse ab).

Wenn die Tasche als “Aufgegebenes Gepäck” transportiert wird, sollte man am Schalter fragen, ob es eine Variante gibt dieses Gepäck mit mehr Sorgfalt in den Flieger zu bringen. Gemäss Swiss auf Twitter gibt es “Achtung zerbrechlich” Aufkleber am Flughafen Zürich, am Schalter  wusste man aber von nichts. Für das nächste Mal werde ich wohl die Tasche einchecken und bis zum Gate tragen (ist ja nichts Verbotenes drinnen und wird bei Security Check durchleuchtet). Am Gate frage ich dann einen Swiss Mitarbeiter lieb, ob er diese Tasche, wie oft mit anderem Handgepäck noch ins Flugzeug nehmen kann.

Drohne in Peru

Bei meiner Recherche fand ich heraus, dass es nicht ganz einfach ist, eine Drohne mit nach Peru zu bringen. Einige Personen schlagen sogar vor man ist besser bedient, wenn man die Drohne zuhause lassen würde. Nach längeren Diskussionen mit Daria, welche unsicher war ob wir die Drohne am Schluss überhaupt nutzen dürfen und somit umsonst rumschleppen würden, habe ich mich dazu entschlossen, die Drohne mitzunehmen, da ich sie im Notfall einfach 27 Tage am Flughafen hätte liegen lassen müssen.

Das Gesetz von Peru

Auf Anfrage von mir bei Peru.Travel habe ich die Information erhalten, dass eine Drohne in Peru kein Problem sei, man einfach eine Bewilligung einholen müsse und am Flughafen die Drohne temporär Importieren muss und somit die MwSt. von Peru für die Drohne hinterlegen muss.



Ablauf

Im Flugzeug gibt man beim Einreiseformular bereits die Drohne an und den ungefähren Wert in Dollar.
Bei Ankunft am Flughafen geht man direkt zum Zoll und gibt das Formular ab. Reinschmuggeln geht nicht, da der Koffer beim Verlassen des Flughafens gescannt wird (Achtung Busse). Wir hatten einen kompetenten und Englisch sprechenden Beamten vor Ort, welcher bestens Bescheid wusste, wie eine Drohne in Peru zu handhaben sei.
Nachdem die Seriennummer und das Modell der Drohne notiert wurden, wurde meine Tasche, welche ich abgegeben habe, gewogen und ich habe sie abgegeben.
Am nächsten Tag machten wir uns auf zum “Ministry of Transport and Communications” um eine Bewilligung zu holen. Achtung, hier wird wirklich nur Spanisch gesprochen, ein Google Translator oder Kollege vor Ort ist sehr hilfreich.
Nach unserem Lauf von Schalter zu Schalter wurde uns mitgeteilt, wir können unsere Bewilligung 5h später abholen.
5 Stunden später hatten wir die Bewilligung und fuhren wieder zurück zum Flughafen. Am Flughafen zeigt man seine Bewilligung und bezahlt die MwSt. Nach der Bezahlung erhaltet man seine Drohne zurück und wird darauf hingewiesen, 3h vor Abflug beim Schalter zu sein um seine MwSt. wieder abzuholen. Hier ist es wichtig, dass man die gleiche Drohne mitbringt, da die Seriennummer wieder überprüft wird.

Tipps:

  • Plant wirklich einen Tag für die Behörde und den Flughafen ein.
  • Erwähnt bei der Behörde, ihr seid nur heute in Lima, da es sonst 3-5 Tage gehen kann, bis ihr eure Bewilligung habt.
  • Wenn ihr Zeit sparen wollt, füllt das Formular bereits zuhause aus – Download Drohnen Bewilligung Peru
  • Nehmt die Rechnung der Drohne mit, da ihr beweisen müsst, dass die Drohne aus eurem Heimatland (oder so kommt)
  • Habt die Bewilligung IMMER bei euch dabei.
  • In Peru hatten wir zwar immer ganz viele Einheimische, welche eine Drohne noch nie gesehen haben und fleissig zugeschaut haben, jedoch nie Schwierigkeiten mit der Polizei oder so. Achtet darauf, dass ihr nicht beim Flughafen, bei militärischen Einrichtungen oder religiösen Stätten (Matchu Piccu) rumfliegt.

Drone Red Beach Paracas National Park

Drohne in Bolivien

Etwas schwierig war das Ausfindigmachen von Drohnen Gesetzen in Bolivien, da es gemäss dem Internet keine gibt. Als ich auf Nachfrage bei der Botschaft und der Tourismus Behörde von Bolivien keine Antwort erhalten habe, riskierte ich es und nahm für unsere Reise, bei welcher wir nur 7 Tage in Bolivien waren einfach die Drohne über die Grenze mit.

Nachdem wir auf der Isla de Sol umhergeflogen sind und später auf dem Boot in eine Polizieikontrolle gekommen sind, bei welcher alle Personen den Inhalt ihrer Taschen zeigen mussten, nahm es uns schnell die Angst, als der Polizist nichts sagte, als er unsere Drohne sah. Später sind wir in Copacabana, Salar de Uyuni und La Paz ohne Probleme geflogen.

Fazit

Drohnen sind in beiden Ländern noch nicht so bekannt, weshalb oft Gesetze und Regelungen fehlen. In Peru waren wir sehr überrascht, wie gut man bereits über Drohnen und die Gsetze vor Ort Bescheid wusste und machte uns so  den Ablauf so relativ einfach. In Bolivien war es dem Polizisten in diesem Moment vielleicht einfach egal oder es gibt keine Gesetze in Bolivien.

Unsere Tipps beim Reisen und fliegen mit Drohnen:
– Im Internet nach Erfahrungen und Gesetzen suchen.
– Bei Airline und Airport nach Bestimmungen bei Drohnen fragen.
– Nachfragen bei Botschaft, Tourismus Büro oder bei Kollegen, welche vor Ort leben.
– Beim Starten und Laden der Drohne immer vor Ort sein, damit die Drohne nicht geklaut wird.
– Fliegt nicht bei Flughäfen, religiösen Stätten, Staatsgebäuden und militärischen Einrichtungen rum, ausser das lokale Gesetzt sagt etwas anderes.

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1 Kommentar

  • Reply Drohnen-Gesetze in Südamerika 7. September 2016 at 15:01

    […] Hilfreiche Links: Travelhackers […]

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