Mekong Delta Vietnam Selfmade Rice Paper

Mekong Delta – Mit vielen Einblicken in das Leben der Einheimischen

Nach unserer Ankunft und dem Erkunden von Ho Chi Minh ging für uns in eine etwas ruhigere Gegend, nämlich ins Mekong Delta.

Wer den Travelhackers Blog regelmässig liest, weiss dass wir unsere Reisen immer komplett selber zusammenstellen und planen. Damit wir aber wirklich einen besseren Einblick in das Leben der Einheimischen bekommen, haben wir uns entschlossen, die Mekong Delta Tour mit Tourasia, einem Spezialisten für Reisen im asiatischen Raum zu unternehmen.

Von Ho Chi Minh wurden wir mit dem Auto direkt in unserem Hotel abgeholt. Van, unsere deutschsprachige Reiseführerin für die nächsten drei Tage erklärte uns während der Fahrt zum schwimmenden Markt das Programm, was vielversprechend war.

Der schwimmende Markt

Nach rund 3 Stunden Autofahrt sind wir auf ein Boot umgestiegen und haben den schwimmenden Markt erkundet. Hier sollten wir wohl erwähnen, je früher man beim Markt ist, umso mehr ist dort auch noch los. Das Zurechtfinden am Markt folgt einem relativ einfachen System –  auf jedem grossen Warenschiff steckt ein Stab, an welchem ein Produkt hängt, welches dort verkauft wird. Die kleineren Schiffe können nun beim grossen Schiff andocken, die Ware anschauen und verhandeln. Eigentlich wird am schwimmenden Markt nur in grossen Mengen verkauft, jedoch kann man bei freundlichen Verkäufern auch mal eine einzelne Ananas kaufen, welche vor Ort direkt zubereitet wird. Der schwimmende Markt startet täglich um 5 Uhr, kurz bevor es hell wird.

Vom Markt ging es für uns mit dem Boot weiter zu einer Familie, welche neben Reispopcorn auch selber Kokosnuss-Bonbons herstellt. Viele dieser Familien stellen Haus an Haus selbstgemachtes her, aus den Lebensmitteln welche sie in ihrem Land zur Verfügung haben. Wenn es nicht gerade Süssigkeiten sind, wird Reisschnaps mit eingelegten Schlangen hergestellt und verkauft. Diese toten Tiere haben für Gläubige einen hohen Wert, so hat uns Van erzählt, dass ihr Mann einige Monate nach ihrer Hochzeit eine Flasche mit solchem Schnaps erhalten hat, weil sie noch nicht schwanger sei. Dieser Schnaps enthielt Ziegenhoden, was für die Potenz gut sein sollte.

Nach dieser Exkursion ging es mit dem Boot weiter richtung Lodge, wobei wir dazwischen noch eine schöne Tour in einem kleinen Kanu durch die Kanäle der Einheimischen gemacht haben. Zum Mittag haben wir bei einer Familie angehalten, welche uns die Zubereitung von der Frisch Rollen lernte. Danach gab es ein traditionelles Gesang Show.

Die Coco Riverside Lodge

Nachdem wir fast einen ganzen Tag mit dem Auto oder Boot unterwegs waren, erreichten wir gegen den frühen Nachmittag die Coco Riverside Lodge. Eine Lodge, welche mitten in der Natur aber direkt am Fluss liegt. Die Lodge selber besteht aus rund 5 alleinstehenden Häuser mit Terrasse direkt zu Fluss und einem Speisehaus. Das Frühstück kann man sich nach Wunsch in das Zimmer bestellen oder auf einer weiteren Terrasse am Fluss geniessen. Das Abendessen wird auf der anderen Seite der Lodge eingenommen. Lokales Essen steht hier absolut im Vordergrund. Neben traditionellen Suppe gibt es Fisch und Fleisch mit Reis. Zum Schluss gibt es noch lokale Früchte. Die Lodge ist sehr schön, wir würden am liebsten länger als drei Tagen dortbleiben.

Die Flüsse sind die wichtigsten Transportwege im Mekong Delta. Schon früh am Morgen fahren beladene Schiffe zum Markt oder transportieren Güter wie Kokosnüsse von einer Fabrik zur anderen. Diese Fabriken konnten wir uns auch anschauen. Es sind Kleinbetriebe entlang dem Fluss, welche die Kokosnüsse verarbeiten. Nachdem die Kokosnuss geschält wurde, wird das Kokoshaar entfernen um daraus Seile zu spinnen, aus welchen wiederum Teppiche gewebt werden. Man kann den Verarbeitungsprozess in kurzer Zeit verfolgen. Die meiste Arbeit wird manuell gemacht zu sehr tiefen Preisen. Die Abnehmer sind in den meisten Fällen die ausländischen Firmen.

Nach diesem Ausflug sind wir auf Fahrräder umgestiegen und sind durch die grünen Reisfelder und kleinen Dörfer gefahren. Früher gab es dort viele wilden Tieren, doch diese sind von der Ansiedlung verdrängt worden und man wird morgens von den Hahnen statt von Affen geweckt. Unterwegs haben wir eine der vielen Drachenfrucht Plantagen angeschaut. Interessant ist, dass die Pflanzen in der Nacht mit Energiesparlampen beleuchtet werden, denn im Winter brauchen sie durchgehend Licht zum Wachsen.

Die Vietnamesen im Süden sind sehr offen und lassen Touristen zu sich ins Haus, ohne zu zögern. So bekommt man viele Einblicke in das einheimische Leben. Die meisten leben in Grossfamilien und das Haus besteht aus einem Raum, ohne Zimmer. Die Privatsphäre wird in der Nacht durch Zuziehen eines Tuches gewährleistet.

Da wir am ersten Tag nicht genug von schwimmenden Markt gesehen haben, hat Van freundlicherweise das Programm für uns so angepasst, dass wir vor dem Tour Ende noch einen anderen schwimmenden Markt besuchen konnten. Sehr früh am Morgen haben wir die Coco Riverside Lodge verlassen und wurden dafür mit einem spannenden Markt Erlebnis in Can Tho belohnt, bevor unsere Reise weiter nach Mui Ne ging.

Wer einen Einblick in das Leben der Einheimischen haben möchte, dem empfehlen wir für 3-4 Tage im Mekong-Delta einen Halt einzulegen. Mit den verschiedenen Touren sieht man, wie vor Ort gearbeitet wird und wie Bauern heute noch ohne grosse Maschinen ihrem Handwerk nachgehen.

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1 Kommentar

  • Reply Ralph - A Gentleman's World 17. März 2017 at 9:43

    Ein richtig schöner Artikel! Liebe Grüsse Ralh

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