Ein Roadtrip durch Kroatien – Split, Dubrovnik und mehr.

Eigentlich stand Kroatien nie wirklich auf unserer »Bucket-List«, doch nachdem wir immer wieder so viel Positives darüber gehört und gelesen haben, fanden wir, es wäre doch der perfekte Ort für einen kurzen Roadtrip über Ostern. Von Zürich nach Zagreb sind es trotz einer älteren Propeller-Maschine nur 1,5 Stunden. Der Flughafen Zagreb ist klein aber fein, und nach einem Aschnellen Kaffee hatten wir auch schon die Mietauto Schlüssel in der Hand und fuhren in Richtung Plitvice National Park.

Zugegeben, ich hatte ziemlich Respekt vor dem Fahren auf südländischen Strassen, welche für einen aggressiven Fahrstil bekannt sind. Doch Kroatien entpuppte sich als ein sehr ruhiges Land, mit perfekten Strassen, wenig Verkehr und angenehmen Fahrer. Ich habe das Autofahren vom Anfang bis am Ende richtig genossen.

Auf dem Weg nach Plitvice lohnt es sich, bei Rastoke zu halten, wo die malerischen Brücken, ein grosser Wasserfall und deren Landhäuser ein tolles Bild abgeben.

Rund 2,5 Stunden später sind wir im Plitvicer National Park angekommen. Nur sechs Stunden nachdem wir die Hektik und der Stress Zürichs hinter uns liessen, umringte uns hier die friedliche Stille, und nur das Vogelgezwitscher und der Wind in den Bäumen waren zu hören. Nach der Anreise haben wir gemütlich im Jezero Hotel zum Abend gegessen und später noch eine kleine Bowling Partie hingelegt.

Der Plitvice National Park

Am nächsten Morgen wurden wir pünktlich von Helena, unserem Guide im Hotel abgeholt und liefen gemütlich in Richtung der Plitvice Seen. Unser Ziel war natürlich, die herrlichen Wasserfall Kaskaden zu fotografieren, doch das berühmte Foto von mehreren Wasserfällen aus der Vogelperspektive zu schiessen ist für die Touristen leider nicht möglich. Für dieses Foto benötigt man entweder einen Helikopter oder eine Drohne, und beides ist dort streng verboten. Doch auch von den schönen Wanderwegen aus wusste die Natur uns zu beeindrucken. Ein komplexes Ökosystem hat eine einzigartige Formation von nacheinander gereihten Seen und Wasserfällen erschaffen und die Kalkablagerungen, welche die  Landschaft formen, wachsen unaufhaltsam weiter fort. Die beste Zeit den Park zu besuchen ist übrigens ausserhalb der Hochsaison im Sommer, sonst sind die Menschenmengen auf den engen Wanderwegen unausweichlich.

Nach dem wunderschönen Ausflug in der Natur haben wir zum Mittag noch eine feine einheimische Forelle im Licka Kuca Restaurant gegessen und sind später weiter in Richtung Split gefahren.

Split – Ein Ort zum zum verweilen

Willkommen in Split – nur drei Stunden später parkten wir unser Auto in dieser geschichtsträchtigen Stadt am adriatischen Meer. Ohne irgendwelche Vorkenntnisse (okay ein paar schon, dank Game of Thrones 😉 ) oder grossen Erwartungen sind wir von Split überwältigt worden! Unser Hotel befand sich mitten in der Altstadt, somit waren wir direkt bei den Gassen und Bauten, welche schon seit Jahrhunderten bestanden. Ihr Aussehen veränderte sich aber regelmässig durch den Einfluss der Eroberer. Die Römer, Griechen und Venezianer haben ihre Handschrift bei dir Stadtarchitektur hinterlassen. Wer durch den Diocletian’s Palast wandert, kann die hinterlassenen Zeichen lesen. Das sind zum Beispiel Statuen aus dem alten Ägypten, venezianische Balkons oder einfach die Wäscheleinen, welche von einem Haus zum anderen Hängen – ein Bild, welches wir bestens aus Italien kennen. Über diese Leinen haben wir übrigens Folgendes gelernt: Diese Wäscheleine waren früher ein ausgeklügeltes Kommunikationssystem der heranwachsenden Jugend. Über die Leinen liessen sie sich romantische Nachrichten verschicken. Die Mädels sendeten auch bestimmte Signale, indem sie ihre Reizwäsche draussen trocknen liessen. Dies sollte potenzielle Heiratsanwärter anlocken.

Bei unserer Tour durch den Palast, welche ihr übrigens in 360 Grad selber auf unserer Plattform anschauen könnt, starteten wir vor der imposanten Statue vom Gregor von Nil, der sich als Verteidiger des Gottesdienstes in slawischer Sprache mit dem Papst selbst anlegte. Nachdem man sich durch das Reiben seines halben Meter grossen, goldig glänzenden Fusses etwas Glück gesichert hat, tritt man durch die goldenen Tore in den berühmten Baukomplex.

Die Tore waren übrigens mit einem strategischen Hintergedanken gebaut worden – zuerst gelangte man in einen Steinhof mit zweiten Toren, welche in der Gefahrensituation schnell geschlossen wurden und die Angreifer sich in einer Mausefalle befanden, wo man sie dann mit heissem Öl übergiessen konnte.

Ein paar Schritte mehr und wir sind mitten drinnen, in einer Altstadt, voll mit kleinen Palästen, Shops, Bars und Touristen. Wer den Hauptplatz vor dem Diocletian’s Palast in seliger Ruhe anschauen möchte, kommt am besten sehr früh dorthin. Ansonsten gibt es noch die Dachterrasse oberhalb vom ethnographischen Museum, die um 9 Uhr morgens auch noch leer steht und einen wunderschönen Rundblick anbietet.

 

Split ist lebendig, aufstrebend, birgt viele kulturellen Schätze und auch Nähe zu wunderschönen Stränden. Dieses Städtchen wird nicht mehr lange ein Geheimnis bleiben.

Für uns hiess es aber schon Abschied nehmen, denn unser nächster Stop war Dubrovnik und auf dem Weg dorthin waren noch zwei Verpflegungsstopps geplant.

Omis – das Piratenversteck.

Auf unserem Weg nach Dubrovnik legten wir einen Halt in Omis ein, einem Dorf, welches als Piratenversteck bekannt war.

Beim Restaurant Kastil Slanica durften wir die tolle kroatische Gastfreundschaft ein weiteres mal erleben. Die servierten Fisch und Fleisch Gerichte hätten nicht nur uns, sondern eine Grossfamilie locker ernährt. Auch am Wein und Schnaps Angebot hat es an nichts gemangelt. Da ich aber auch noch mit dem Auto weiterfahren musste, war es Kevin überlassen den grosszügigen Apero zu trinken. Nach diesem prächtigen Mittagessen waren wir bestens für die Weiterreise gestärkt.

Mali Ston – Das Paradies für alle Austern Liebhaber

Entlang des Meeres ging es mit einer kleinen Durchfahrt durch Bosnien Herzegowina in Richtung Mali Ston. Wer die Zeit hat, sollte dieses kleine Dorf unbedingt besuchen gehen, denn es ist wegen seiner Austern und Muschelfarmen bekannt. Das Dörfchen selber ist eher klein und an vielen Ecken renovationsbedürftig, was aber von der Hauptattraktion nicht ablenkt –  den köstlichsten und frischesten Meeresfrüchten. Das klare Wasser, die niedrige Tiefe und warme Strömung sind optimale Bedingungen für die Zucht.


 

Man kann sich in einem der Restaurants mit Meeresspezialitäten verwöhnen lassen (wir waren im Restaurant Villa Koruna) oder wer es noch frischer mag, geht mit einem Boot direkt zu den Farmen und kann mit eigenen Augen sehen wie man Austern und Miesmuscheln züchtet. Die ausgewachsenen Muscheln werden daraufhin mit einem feinen einheimischen Wein serviert. Frischer und besser kann man Muscheln wirklich nicht mehr essen.


Dubrovnik – Das rote Herz von Kroatien

Auf der Welt gibt es viele Städte mit roten Dächer (Hallo, Cusco!), doch meine erste Assoziation ist definitiv Dubrovnik! Die roten Ziegelstein Dächer sind schon lange ein Kult und Stolz der Bevölkerung. Dubrovnik ist der Drehort vielen Hollywood Streifen, doch seine eigene Geschichte könnte jedem Bestseller das Wasser reichen. Eine reiche, freie Stadt, welche als erste in Europa die Sklaverei abgeschafft hat und den Bau seiner Mauer mit Gold bezahlt hat. Auch das Sozialsystem war für die damalige Zeit sehr fortschrittlich. Trotz der turbulenten Kriegszeiten wurde Dubrovnik nie eingenommen – man setzte geschickt auf die Diplomatie. Nur während des Jugoslawien Kriegs sind die Bomben gefallen, und haben viele der roten Dächer zerstört. Für den Neuaufbau wurden die Ziegelsteine in Frankreich handgefertigt, da es in Kroatien nicht mehr genügend Handwerker gab, die Kunst verstehen, diese Ziegel herzustellen.


Heute legen rund 2000 Kreuzfahrtschiffe im Hafen von Dubrovnik an, und auch sonst mangelt es nicht an Touristen. Im Sommer wird es richtig voll, und auch heiss – wer die steilen Treppen lieber ausserhalb der Stosszeiten hinauf und runter laufen will, sollte die Hauptsaison meiden.

Wir haben zwei Nächte im Hilton Imperial Hotel verbracht und konnten Dubrovnik bestens zu Fuss erkunden. Ein Rundgang auf der Stadtmauern, der Besuch einer der ältesten Apotheken und Fort Lovrijenac sollte man sich nicht entgehen lassen, denn von dort hat man einen wunderbaren Blick über die Stadt. Mitten in der Stadt selber können wir die “Above 5” Dachterrasse empfehlen. Einen guten Kaffee bekommt man in mehrstöckigen La Bodega, wobei die Plätze am Fenster besonders begehrt sind. Für das Abendessen ist das Restaurant Posat eine sehr gute Adresse.

Ein bisschen wehmütig sind wir ein paar Tage später auch schon wieder zum Flughafen gefahren. Unser Rückflug ging von Dubrovnik zuerst nach Zagreb und dann in die Schweiz.

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