Ein Abenteuer in Costa Rica`s Corcovado Nationalpark

Der Dschungel von Corcovado auf der Halbinsel Osa ist der wahrscheinlich naturbelassenste Ort im ganzen Land. Nirgendwo sonst in Costa Rica sieht man so viele Tiere und so viele Pflanzen auf derart engem Raum. Aber Achtung! Wie Alles, so hat auch das seinen Grund.

Die Halbinsel Osa

Der Corcovado Nationalpark befindet sich auf der Halbinsel Osa weit im Süden von Costa Rica. Der 424km2 grosse Park wurde 1975 gegründet und schützt einige der spektakulärsten Ökosysteme der Welt. Das grüne Juwel Costa Ricas beherbergt z.B. den grössten zusammenhängenden Primärwald der gesamten Amerikanischen Pazifikküste und bietet damit einem der seltensten Tiere der Welt ein Zuhause: dem Tapir.

Das National Geographic nannte den Nationalpark Corcovado nicht ohne Grund: “the most biologically intense place on Earth in terms of biodiversity.“

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Kultur vs. Natur

Nach einer dreimonatigen Rundreise durch Costa Rica ist klar: das Land trumpft nicht mit seiner Kultur, sondern vielmehr mit seiner atemberaubenden Natur. Massentourismus, nervenaufreibende Bürokratie, überrissene Preise und Kundenservice à la “Pura Vida” treffen auf einen der schönsten Flecken dieser Erde. Eine solche Vielfalt an Pflanzen und Tieren gibt es wohl kaum sonst irgendwo zu bestaunen.

Wer also denkt, dass man mal schnell einen Trip in den Corcovado buchen kann, hat sich gewaltig geschnitten. Grundsätzlich gilt eine Reise in den Corcovado so früh wie möglich und am Besten direkt über einen vertrauenswürdigen Guide zu buchen. Was auch immer in deinem Reiseführer steht, die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass der Staatsapparat von San José die Regeln bereits wieder auf den Kopf gestellt hat. Die Bandbreite der üblichen Hürden sind: “man braucht ein Bankkonto in Costa Rica”, “man muss eine Woche zuvor direkt vor Ort eine Anzahlung leisten” bis hin zu “Buchungen können nur über eine einzige Telefonlinie getätigt werden, wobei gefühlt 500 Leute gleichzeitig anrufen und garantiert nur eine Person das Telefon abnimmt” usw.

Empfehlung

Lasst euch nicht entmutigen! Dieses Dschungelabenteuer ist unvergesslich und darum jeden Aufwand wert. Ich empfehle darum zwei oder für die hartgesottenen sogar drei Übernachtungen mitten im Regenwald. Übrigens, Finger weg von Tagesausflüge von Drake Bay. Diese sind unverschämt überteuert und man bekommt kaum etwas zu sehen.

Anywhere.com nennt den Corcovado Nationalpark zurecht: “The crown jewel of Costa Rica’s national park system.”

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Anreise und Unterkunft

Apropos Dschungelabenteuer, die Sirena Ranger Station ist die einzige Unterkunft für Besucher im ganzen Park. Man kann diese in einem Tagesmarsch zu Fuss oder etwas bequemer mit dem Boot von Drake Bay aus und für Reisende mit grossem Geldbeutel sogar mit einem Kleinflugzeug erreichen. Die Ranger Station war während unserem Besuch im Umbau und glich eher einem Rattenloch, als einer Übernachtungsmöglichkeit. Geschlafen wurde auf ungewaschenen, verschwitzten Leintüchern und Schaumstofffetzen, die Küche war geschlossen, das Wasser nur bedingt trinkbar und die sanitären Anlagen chronisch verdreckt. Zu kaufen gibt es übrigens nur teures Wasser. Alles was man sonst noch konsumiert, ist darum selbst mitzubringen und in die Ranger Station zu tragen. Den wahren Abenteurer freuts – den Glamping-Fan grauts.


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Klima und Wildnis

Wie anfangs angekündigt, hat alles seinen Grund. Wie konnte also der Corcovado seine Wildnis und seinen Regenwald bewahren? Nach Aussage von unserem Guide hat nie jemals ein Mensch im Corcovado gejagt und kaum jemals jemand über längere Zeit gelebt. Das ist auch wenig überraschend bei einer Durchschnittstemperatur von 30 Grad und einer Luftfeuchtigkeit von 90-100%! Wenn ich sagen darf, ich habe kaum jemals so viel und so stark geschwitzt wie während den Tagen in diesem Regenwald. Die vielen exotischen Tiere nehmen die Besucher darum auch eher als seltsam, aber keinesfalls als Gefahr wahr. Man fühlt sich ein wenig wie im Zoo, nur ganz ohne Gitter und Wassergräben.

Ein Highlight jagt das nächste

Aber genug genörgelt, denn die Strapazen haben sich mehr als gelohnt. Zu entdecken gibt es über 500 Baumarten, 375 verschiedene Vögel, 140 Säugetiere, 116 Amphibien, 40 unterschiedliche Süsswasserfische und weils so schön ist auch 6’000-10’000 verschiedene Insektenarten (Quelle: WWF Global)! Neben viel Trinkwasser, einer grossen Kamera, dem Teleobjektiv, Ersatzbatterien, Feldstecher und gutem Schuhwerk, sollte man auch das Mückenspray nicht zu Hause lassen.

Zu unseren absoluten Highlights im Nationalpark Corcovado gehörten hautnahe Begegnungen mit einem Tapir, kilometerlange Ameisenstrassen der Blattschneiderameisen, Nasenbären-Grossfamilien, freche Klammeraffen, perfekt getarnte Faultiere, flinke Bullenhaie, kaum sichtbare Süsswasserkrokodile, meterlange Schlangen, farbenprächtige Tukane und der wie ein Kiffer riechende Ameisenbär. Und all das und noch viel mehr in nur vier Tagen!

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Der richtige Guide ist der Schlüssel

Du willst also eine Exkursion in den Corcovado wagen! Gerne empfehle ich euch unseren Guide, der einen hervorragenden Job zu sehr fairen Konditionen gemacht hat. Beides ist in Costa Rica nicht selbstverständlich.

Anstrengend aber jeder Mühe wert

Mein Fazit: kaum ein Abenteuer empfand ich als so anspruchsvoll und anstrengend, aber trotzdem absolut jeder Mühe wert! Die unberührte Natur weit weg vom sonstigen Massentourismus ist unvergesslich. Noch nie habe ich in so kurzer Zeit so viele Fotos geschossen. Ich gebe diesem Abenteuer darum das Prädikat “unvergesslich & einmalig”!

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Über den Author

Peter Erni ist weltenbummler, Fotograf, Content Marketing Experte, Social Media Nerd und Partner bei der Digital Marketing Agentur Brain & Heart Communication in Zürich.

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Keine Kommentare

  • Reply Claudia 4. Februar 2017 at 11:44

    Das klingt traumhaft!!! Hätte nicht gedacht, dass es in Costa Rica noch so wilde Ecken gibt. Da muss ich unbedingt hin…

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