Bali Lotus

Bali – Endless Summer

Einmal im späten Herbst war ich mit einer Kollegin an der US Ostküste. Wir froren bis zu den Knochen unter der Hoteldecken und beschlossen, nächstes mal an einen entscheidend wärmeren Ort zu reisen – so zeichnete sich Bali am Horizont ab.

Auf meiner imaginären Weltkarte lag Bali allerdings viel näher an China als an Australien und als sich das Missverständnis aufklärte, wurde auch schnell klar, dass wenn es schon so weit geht, es für mindestens vier Wochen sein sollte, und am besten im November – einem Monat, welchen ich mir jedes Jahr liebend gern sparen würde.

»Für einen ganzen Monat in die Ferien?« fragte mein Chef unglaublich, doch ich versprach, zurückzukommen.

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Am Flughafen Denpasar angekommen, wurden wir von einem Bekannten eines Bekannten abgeholt, welcher uns ein Zuhause in Kuta vermietete und uns einen Crash Kurs für das Leben auf Bali gab. Die besten Fruchtsäfte sind auf dem Markt zu finden, Taxis sollte man nur die Blauen nehmen und wenn wir eine SIM-Karte wollen, dann nur die von Simpati und gleich vom Verkäufer aktiveren lassen.

Im Nachhinein würde ich nicht mehr in Kuta wohnen, sondern im schöneren und weniger hektischem Seminyak, aber damals waren wir fest entschlossen das „einheimische Leben“ zu führen, welches unsere neuen Bekannten (alles Expats) bereits rund um Kuta lebten. Für uns als Surfer Anfänger war dieser Ort sehr gut geeignet.

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Auf Bali wird man schnell zum Millionär, denn 100 CHF geben ungefähr 1 Mio 400K Indonesischen Rupien und das Leben vor Ort ist sehr günstig. Ein Auto inkl. den Fahrer kostet für den ganzen Tag rund 40 Dollar. Eine kleine Villa ohne Pool 500 Dollar für einen Monat und eine Surfinglektion findet man für 10 Dollar. In grösseren Läden und Restaurants werden auch Kreditkarten akzeptiert.

»Surfing is everything« und so prägt diese Sportart die felsigen Strände von Bali, zu den schönsten gehören Padang Padang Beach wo Eat Pray Love gefilmt wurde, Jimbaran Beach mit seinen berühmten Fischrestaurants, Dreamland Beach mit den wunderschönen Sonnenuntergängen, Bingin Beach für lustige Kurztrips und unzählige weitere Surfspots rund um die Insel.

Wichtig ist aber zu wissen, dass die breiten feinkörnigen Sandstrände wo die langen krummen Palmen das türkisblaue Wasser küssen, auf Bali nicht zu finden sind. Also vergisst gemütliche Spaziergänge entlang der Brandung und mietet lieber ein Longboard, weil Surfing ist eben, everything.

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Die zahlreichen buddhistischen und hinduistischen Tempel sind legendär! Doch der Pura Uluwatu ist mir mit seinen aufregenden Zeremonien, aufdringlichen Affen und faszinierendem Kecak Showtanz in Erinnerung geblieben. Viele indonesische Touristen haben Europäer noch nie gesehen und so waren wir regelrecht verblüfft, als sie ein Foto mit uns machen wollten. Während wir auf der Steintreppe den Ausblick genossen, haben geschätzte 60 Menschen (unter anderem eine ganze Reisegruppe) mit uns ein Foto gemacht. Die Kinder wollten unbedingt unser blondes Haare berühren und kicherten danach untereinander. Da fühlt man sich auf ein Mal wie ein Filmstar!

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Wer Bali sagt, sagt oft auch Yoga und das führt einen direkt nach Ubud, mitten in die hellgrünen Reisfelder und Terrassen. Ein Ort, wo organisches Lifestyle, farbige Künstlergalerien und unzählige Yoga Retreats zu finden sind. Wie zum Beispiel das The Yoga Barn welches genau so gut für Übungen, wie auch für SPA geeignet ist. Im Garten gibt es neben Kaffee auch Wi-Fi. Apropos Kaffee – genau dort liegt die Luwak Kopi Coffee Farm. Einmal hat mir jemand erzählt, es gebe ein Land wo Füchse auf den Bäumen leben und Kaffee trinken. Der Ursprung solcher Geschichten liegt sicherlich in Ubud, in den kleinen Tassen mit etwas zu starkem Kaffee.

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Yoga und Surfing prägen die Insel so stark, dass eine weitere Abenteuermöglichkeit fast verloren geht – die wunderbare und farbige Unterwasserwelt. Das Tauchen steht im Schatten des benachbarten Great Barrier Reefs, aber doch ist die Vielfalt der Fische auch in Bali gross. Für das Tauchen sollten sicher ein paar Tage dafür eingeplant werden. Während meines Open Water Diver Kurses in Tulamben Tauchterminal habe ich einen Haifisch, Schildkröten, Muränen und Unmengen von Fischen und Korallen gesehen. Das Terminal verfügt über ein Hausreef mit alten Marmorstatuen, imposanten Drop-off und sogar über ein altes Schiffwrack (Liberty), durch dessen Löcher ich zusammen mit Fischen geschwommen bin. Damals wusste ich noch nicht, dass es einen roten Filter für die GoPro gibt – somit sind die Videos dunkelblau geblieben.

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Wieder zurück in Seminyak – zu den schicken Shops, wo auch Ripcurl und Roxy Fans wie nirgendwo anders auf ihre Kosten kommen, und natürlich zum Nightlife. Während in Kuta die Parties im Skygarden Club und umliegenden Bars von den australischen Teenies dominiert sind, wo Alkohol wie im Fluss fliesst, ist Seminyak’s Nightlife eher stylisch. Nicht zu verpassen ist der Potato Head Club, wo man vom Morgen bis am Abend an feinen Cocktails schlürfen kann – in einem Tagesbett oder im warmen Pool, welcher fast nahtlos in den Ozean übergeht.

Bali hat mir diese und viele anderen Erinnerungen geschenkt. Lustige, abenteuerliche, entspannte, welche mich immer begleiten werden. Die Insel hat auch nach einem Monat vieles nicht preisgegeben. Die wunderschönen Wasserfälle, die Perlenzucht im Norden und den Aufstieg, auf den Vulkan Agung muss ich eines Tages nachholen. Wie die Locals sagen – entweder verliebst du dich in die Insel, oder kommst nie wieder. Die Zeit wird es zeigen.

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Photo Credits: Daria Mühlethaler & Olga Zhavoronko

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2 Kommentare

  • Reply Karlien 6. März 2016 at 19:53

    Das ist wirklich schön! Ich liebe Bali, wir sind lange in Ubud und Lovina gewesen.

    • Reply Daria 7. März 2016 at 9:30

      Hoi Karlien, ich habe Lovina leider verpasst – würdest du es empfehlen? lg Daria

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