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Amazonas Dschungel – Zwischen Affen, Piranhas und Papageien

Die Dschungel in Amazonien sind eine Welt für sich. Auch wenn die Reiseagenturen mit Anakondas, Jaguars und farbenfrohen Macklays werben, wissen die Tiere sich zu verstecken oder mindestens sich weit von touristischen Pfaden zu bewegen. Wir haben leider nichts davon in Puerto Maldonado gesehen. Der Amazon Dschungel hat uns dafür aber etwas anderes geboten.

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Es ist dunkel. Wir laufen durch den Wald und leuchten uns den Weg mit einer iPhone Taschenlampe. Bis zur Morgendämmerung sollen wir einen vernebelten See erreichen, wo neben Riesenotter auch Kaimane und Piranhas hausen. Auf einem kleinen, leisen Boot gleiten wir über den See und erleben einen atemberaubenden Sonnenaufgang. In 600 Jahren wird es diesen See nicht mehr geben, der Dschungel wird ihn verschlingen. Später versuchten wir unser Glück beim Piranhas fischen. Die kleinen Biester sind geschickt und fressen Fleischstücke von der Angelrute, ohne den Haken zu schlucken. Fairerweise muss man sagen, dass die Ruten selbstgebastelt sind und keine Profigeräte. Wir fischten wie die Einheimischen. Doch gelang es dem einen oder anderen einen Fisch aus dem Wasser zu ziehen. Nach einer hastigen Fotosession wurden sie wieder freigelassen. Die Einheimischen essen Piranhas frittiert, für andere Gerichte sind sie wegen ihrer vielen Gräten wenig geeignet.

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Die Lodge mitten im Dschungel

Für unseren viertägigen Aufenthalt in Puerto Maldonado haben wir eine schöne Lodge gebucht. Im Preis sind neben Zimmer auch die Verpflegung und die geführten Ausflüge inbegriffen. Auch der Flughafen Transfer ist dabei. Wer früh am Morgen ankommt, kann auf den Bootstransfer von Puerto Maldonado zu der Lodge im Empfangshaus vom Veranstalter warten. Es gibt Wi-Fi, Bier und Empanadas (am besten mit Poulet), die Sessel sind bequem und ab und zu kommt ein Affe vorbei. Der Bootstransfer erfolgt um Mittag und kann nicht flexibel bestimmt werden. In der Lodge angekommen, haben wir unser Zimmer bezogen, welches sehr offen war, denn schliessbare Fenstern gab es dort nicht – eine Wand war offen und bot einen unmittelbaren Blick auf den Dschungel. Das bedeutet auch, dass jegliche Tiere zu Besuch kommen können, was sie auch machen, wenn sie etwas Leckeres riechen. Dabei sollte man alles Essbare wirklich im Safe verschliessen. Eine verpackte Schokolade in meinen Rücksack wurde von einem Opossum mühelos ausfindig gemacht und angeknabbert. Ansonsten gab es keine Überfälle, auch wenn ich fleissig nachgeschaut habe, ob sich eine Anakonda unter dem Bett versteckt hat. Aus dem “Fenster” konnten wir einige Affen beobachten und wurden auch von ihrem Gebrüll geweckt, was uns an Costa Rica erinnerte.

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Dadurch, dass die Lodge mitten im Dschungel liegt, waren alle Sehenswürdigkeiten schnell erreichbar. Einmal gingen wir zum 30 Meter hohen Aussichtsturm und sahen uns den Sonnenuntergang an. Der Turm ragt über die Baumkronen und wir hatten somit einen super Ausblick über den Regenwald. Ein anderes mal ging der Weg zum 400 Jahre alten Ceiba Baum, welcher laut der Legenden die Regenwaldgeister beheimatet. Geregnet hat es übrigens nie, denn der Juli ist ein Trockenmonat. In der Regenzeit regnet es aber sehr viel, der See und Flusspegel steigt sehr hoch und auch die Pfade sind dann ohne Gummistiefel nicht mehr zu bewältigen.

Wo die wilden Tiere wohnen

Der Fluss ist natürlich die Hauptader der Region. Die meisten Transporte erfolgen auf dem Flussweg. Weiter oben am Fluss leben immer noch die über zwei Meter grossen, nur mit Lederlende bekleideten Indianer. Die Besucher oder Eindringlinge pflegen sie mit einem Pfeil zu begrüssen. Bis heute hat man noch keinen Zugang zu ihnen gefunden. Auch wir haben regelmässig den Flussweg genutzt. Während ein motorisiertes Kanu uns schnell zum Ziel beförderte, brachte der Wind den süssen Blumengeruch aus dem Wald, welcher sich mit dem Lagerfeuerrauch vermischte. Der Fluss färbte sich mit Sonnenuntergangsfarben und man könnte sich in diesem Moment kaum lebendiger fühlen.

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Die Tiere sind schwierig in diesem dichten, zerzausten Wald ausfindig zu machen. Unser Guide sah den Jaguar nur ein paar Mal überhaupt in seinem Leben, und nur am Fluss. Er kannte aber ein Loch, in welchem eine Tarantula Spinne lebte. Auch besitzen die Guides erstaunliche Fähigkeit, im Dunkeln irgendwelche Vögel auf den Bäumen zu bemerken. Ohne einen Guide sieht man mit Glück nur einige Affen in den verwustelten Lianen. Was aber sicherlich besichtigt werden kann, sind die Pflanzen. Wir haben zuerst einen Schamanengarten besucht, wo Ayahuasca und andere Heilpflanzen wachsen. Unsere Guides erzählten von den Fällen, wo die Heilmittel geholfen haben, schwere Krankheiten zu besiegen. Nur muss man die Arznei monatelang einnehmen, der Prozess ist also lang. Dafür werden dort auch die Seelenkrankheiten wie Verlustschmerz oder Liebeskummer geheilt.

Danach machten wir einen Ausflug zu einer Plantage, wo alle möglichen Früchte wachsen – Papayas, Starfrüchte und Bananen. Sie sind vor Ort spotgünstig. So kosten 100 Avocados nur 10 Dollar. Wer in November die Plantage besucht, kann sie vom Boden sammeln und vor Ort Guacamole zubereiten. Frisch vom Baum, so zu sagen!

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Unsere Tipps für eine Reise in den Dschungel:

  • Man soll sich über den Standort und die Angebote der Lodge informieren. Wir haben den Sandoval See und die nächtliche Kaiman Suche verpasst, da unsere Lodge weit davon entfernt lag.
  • Wer die Tierwelt erleben und fotografieren möchte, soll eine längere Zeit vor Ort verbringen. Etwa zehn Tage sind die Regel. Für Birdwatcher oder Schlangenliebhaber gibt es spezielle Touren und entsprechend ausgebildete Guides.
  • Es ist sicher eine Überlegung wert, zwei Aufenthalte in unterschiedlichen Lodges zu buchen. So profitiert man von einem grösseren Aktivitäten Angebot.
  • Anti Moskito Spray, Salben und Kleider mitnehmen! Die Mosquitos packen schnell zu und die Bisse jucken noch lange Zeit danach.

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