3 Tage Ascona – Auf der Jagd nach dem Steinpilz Risotto

Es sollten unsere 3 besten Tage in Ascona werden, denn der Süden der Schweiz hat vieles zu bieten, und dies nicht nur im Sommer. Doch zuerst mal von ganz vorne.

Wer mich kennt, weiss dass ich immer mal wieder für eine Auszeit aus der “Grossstadt” Zürich abhaue und das Tessin aufsuche. Es ist ein kleines Paradies in der Schweiz und auch wenn wir viele schöne Flecken in unserem Land haben, zieht mich die italienische Mentalität immer wieder an. Für diese 3 Tage hatten wir einiges vor, denn Herbstzeit heisst im Tessin Steinpilze suchen und Wild essen.

 

Ankunft in der Castello del Sole

Von Zürich erreicht man Locarno dank dem neuen Gotthard Tunnel mit dem Zug in rund 2 Stunden und 15 Minuten mit nur einem Umsteigen. Am Bahnhof wurden wir bereits von einem Fahrer aus Castello del Sole erwartet. Das grosse Gelände des Hotels wird einem zum ersten Mal bewusst, wenn man durch zwei Alleen zum Eingang fährt, denn der Besitz umfasst rund 150 Hektar, wobei zwar vieles davon Obst, Gemüse, Trauben und Risotto Felder sind, aber dazu später mehr.

Im Hotel angekommen, durften wir als erstes unsere Junior Suite beziehen und auf dem Balkon bei einem Glas Champagner die Risotto Felder betrachten und einen Blick über den Park bis zu Privatstrand am Lago Maggiore werfen. Den Grossteil der Fläche im und ums Hotel durften wir kurze Zeit später noch erkunden.

 

Der Früchte und Gemüsegarten von Terreni alla Maggia

Man könnte fast meinen, das Hotel verpflegt sich komplett mit allem, was vor Ort wächst. Leider, so sagte uns Fabio, reiche die Eigenproduktion doch nicht aus, um alle Hotelgäste satt zu kriegen, dennoch sei ein Grossteil der Verpflegung aus dem eigenen Garten. Dazu gehören eigene Marmelade beim Frühstück, Tomaten und andere Gemüsearten zum Mittagessen und natürlich der Risotto zum Abendessen. Fabio zeigt uns neben der Weinproduktion noch ein Risotto Feld und erklärt, dass in Ascona der nördlichste Risotto der Welt angebaut wird, dies ohne dass die Felder komplett unter Wasser stehen müssen. Da man auch versucht, auf Unkrautmittel zu verzichten, sieht man im Feld immer mal einige Flächen davon. Der Loto Risotto ist ein dankbarer Reis, welcher vor allem für Risotto Anfänger einfach sei, da er nicht so schnell verkocht.

 

Das Herbst Festival in Ascona/ Locarno

Nach dem Rundgang durch den Garten war unser Hunger grösser denn je, und wir waren froh, hat uns Stefano vom Tourismusbüro Ascona-Locarno eingeladen, teil des “Autunno gastronomico Lago Maggiore e Valli 2017” Festivals zu werden. Ein Festival, bei welchem rund 50 Restaurants ihr bestes aus dem Herbstangebot auf den Tellern zaubern.

Mit einer Vespa, welche man als Gast im Castello del Sole gratis ausleihen kann, fuhren wir ins „Grotto Madonna della Fontana“, wo ein Rehrücken auf den Tellern wartete und durften später noch den Koch kennenlernten, welcher uns stolz das Geweih eines Hirsches zeigte, welchen er erst kürzlich erlegte.

Mit gefülltem Magen fuhren wir glücklich zurück ins Hotel, wo wir uns für den nächsten Tag vorbereiteten.

 

Steinpilz suchen im Tessin

Der Grund weshalb wir eigentlich ins Tessin wollten, waren die Steinpilze. Mit Hilfe von Moreno Vosti, dem Chefgärtner im Castello del Sole und glücklicherweise gleichzeitig einem Pilzkontrolleur, begaben wir uns auf den Monte Bre, wo Steinpilze am liebsten zu wachsen scheinen.

Um halb 10 angekommen, war uns schnell klar, dass wir nicht die Einzigen sind, welche darum kämpften werden, die schönsten und besten Steinpilze zu finden. Aber schon zwei Stunden später hatten wir unseren Korb gefüllt mit Steinpilzen und einzelnen anderen.

Das beste an unserer Suche war nicht nur, dass wir trotz schlechter Vorhersage Steinpilze fanden, sondern das Wissen über Pilze, welches Moreno mit uns teilte. Wir lernten jede Menge über andere Pilzarten, welche gut sind, welche eher nicht. Um ehrlich zu sein, würde ich mich aber auch heute nur noch trauen Steinpilze zu sammeln ohne sie kontrollieren zu lassen. Bei allen anderen wäre ich mir wohl nie 100% sicher.

Zurück im Hotel ging es schnell unter die Dusche und nach einem kleinen Mittagessen im Garten direkt zu Mattias Roock – dem Chefkoch vom Castello del Sole.

 

Ein Tessiner Steinpilzrisotto

Wer Steinpilze sammeln geht, muss auch ein passendes Risotto dazu kochen.

Mit Mattias Roock, welcher seit einigen Monaten die Küche im Castello del Sole hervorragend leitet, verwandelten wir unsere Pilze zum 2. Mittagessen Gang.

Tessiner Steinpilz Risotto Rezept

Zutaten:

  • 1 kleine Zwiebel
  • 240g Risotto
  • 200g frische Steinpilze
  • 20g getrocknete Steinpilze in Wasser eingeweicht
  • 1dl Weisswein
  • ca. 8dl Geflügelbouillon
  • 50gr Butter
  • 100gr geriebener Parmesan

Zubereitung:

Ein Steinpilz Risotto ist eigentlich schnell zubereitet und dazu noch sehr einfach.

Die Zwiebeln mit etwas Öl andünsten, später den Reis zugeben und kurze Zeit rösten. Mit der Hälfte des Weisswein ablöschen und die Bouillon dazugeben. Alles etwa 20 Minuten kochen lassen und beobachten. Während der Risotto kocht, die Pilze in einer Pfanne mit etwas Öl dünsten, so dass sie noch knackig sind. Risotto vom Feuer nehmen, den restlichen Wein dazugeben, mit der Butter untermengen und bis auf 1-2 Pilze, alle dazugeben. Nun noch den Parmesan hinzufügen und 3-4 Minuten ziehen lassen. Noch etwas mit Salz und Pfeffer würzen und die restlichen Pilze beim Servieren oben auf das Risotto zum Dekorieren legen. Fertig ist das Risotto!

Anmerkung:

Der Risotto sollte al dente sein – aber nicht hart. Ebenso soll er nicht dick, sondern leicht flüssig sein.

 

Sapori del Nostro Orto – Geschmack unseres Gartens

Nach dem Kochen kommt die Erholung. Bei einem Glas Wein konnten wir uns in der Cortile Barbarossa noch etwas erholen und den Tag revue passieren lassen, bevor es dann ins Restaurant ging, wo wir wie das Sapori del Nostra Orto Menu mit dem passenden Wein geniessen konnten. Hierbei handelt es sich um Speisen, welche alle entweder aus dem eigenen Garten oder in unmittelbarer Nähe des Gebietes hergestellt bzw. angebaut werden. Für uns ein krönender Abschluss des Tages.

 

Tschüss Castello del Sole

Wir wären am liebsten im Castello geblieben und hätten noch einige Wochen dort verbracht. Die Freundlichkeit der Angestellten, der Park und das Essen waren einige der Punkte, welche für mich das Castello del Sole zu einer absoluten Lieblingshotels gemacht haben. Wir werden gerne zurückkehren. Zum Abschluss besuchten wir nach dem Frühstück noch Rosina und Figaro – zwei Esel, welche wohl auf der ganzen Welt die einzigen sind, welche in einem 5 Sterne Hotel wohnen dürfen 😉

 

Ein Tag im Verzasca Tal mit der Vespa

Um das Tessin noch etwas mehr geniessen zu können, entschieden wir uns trotz der schwierigen Wetterlage für einen Tagesausflug mit den Vespas vom Castello del Sole. Mit dem normalen Autoführerschein darf man in der Schweiz eine langsame Vespa fahren, was zwar super Spass macht, aber wenn es ins Verzasca Tal geht, was gut 30 Minuten bergauf fahren bedeutet, wird es dann etwas schwieriger. Zum Glück hatten wir genügend Zeit und konnten gemütlich durch Lavertezzo bis ans Ende des Tales fahren. Im Grotto Sassello wärmten wir uns mit einer Wildschwein Lasagne und einem Glas lokalen Merlot auf, bevor wir auch schon wieder zurück nach Ascona fuhren. Diesmal im Leerlauf, da ja alles bergab ging.

 

Meine Tipps für ein perfektes Tessin Abenteuer

Ich bin ein Fan vom Tessin. Daria zieht es zwar lieber ins Berner Oberland, obwohl sie sich auch über italienisches Essen immer freut.

Wer ins Tessin möchte, sollte meiner Meinung nach immer genügend Zeit mitbringen. Es gibt so vieles zu erleben, wobei die Erholung bei einem guten Glas Wein nie fehlen darf. Aus kulinarischer Sicht sollte man sich für jede Tagesmahlzeit ein schönes lokales Restaurant bzw. Grotto suchen. Wer nur Pizza möchte, sollte sie meiner Meinung nach am besten Zuhause selber machen oder bestellen, denn das Tessin bietet noch so viel anderes an.

Neben dem “Autunno gastronomico Lago Maggiore e Valli” sollte man unbedingt das Kastanienfest bzw. Marronifest gesehen haben, welches fast zur selben Zeit in Ascona stattfindet. Für eine Wanderung kann ich Intragna empfehlen, was nicht weit von Ascona entfernt ist und mit seiner Grotto du Rhii ein super lokales Restaurant in unmittelbarer Nähe hat. Und der letzte Tipp für einen super Start und ein super Ende: Reist mit dem Zug! Wer auf seiner Hin oder Heimreise bereits am Gotthard im Stau steht, versaut sich damit nicht nur das Weekend, sondern kommt auch nicht erholt heim.

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1 Kommentar

  • Reply Clemens 30. Oktober 2017 at 22:33

    Ich mag den Fotostil. Und toller Titel btw!

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